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Meine Stadt Ihme-Zentrum: Wie viel muss Windhorst investieren?
Hannover Meine Stadt Ihme-Zentrum: Wie viel muss Windhorst investieren?
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08:00 23.03.2019
In Arbeit: Die Sanierung der Fassade des Ihme-Zentrums. In der riesigen Immobilie gibt es allerdings noch viel mehr zu tun. Der Investitionsbedarf ist groß. Quelle: Wilde
Hannover

Der Auftritt hinterließ Eindruck – selbst bei der Opposition. „Ich bin positiv gestimmt“, sagt Jens-Michael Emmelmann, Wirtschaftsexperte der CDU, nachdem Investor Lars Windhorst am Donnerstag seine Pläne mit dem Ihme-Zentrum erklärt hatte.

Was gut ankam: Windhorst kündigte nicht nur an, dass er die mit der Stadt geschlossenen Vereinbarungen einhalten werde. Er will die vom bisherigen Eigentümer Intown angekündigte Sanierung sogar schneller abschließen als geplant.

Die Stadt hatte Intown zugesichert, dass sie ab Oktober 2022 ihren Mietvertrag um weitere 20 Jahre verlängert. Für 20.000 Quadratmeter Bürofläche, 3600 Quadratmeter Archiv- und Lagerräume sowie 100 Tiefgaragenplätze ist sie bereit jährlich 2,7 Millionen Euro zu zahlen.

Strikter Zeitplan für die Sanierung

Das allerdings ist mit Bedingungen verknüpft. Die bereits im Januar begonnene Fassadensanierung muss bis zum 30. Juni 2021 abgeschlossen werden, die Sanierung des Büroturms, den die Stadt nutzt, bis zum 30. September 2022. Außerdem muss der Eigentümer bis 31. Dezember 2021 abgeschlossene Mietverträge über 9000 Quadratmeter Einzelhandel im Sockelbereich des Ihme-Zentrums vorweisen.

Windhorst ist an diese Vereinbarungen schon allein deshalb gebunden, weil er nicht nur die über 80 Prozent Anteile gekauft hat, die Intown an der Immobilie hielt, sondern gleich die komplette Tochtergesellschaft des Unternehmens, die „Projekt IZ Hannover GmbH“ – mit allen Rechten und Pflichten.

Der neue Eigentümer hat angekündigt, dass aus seiner Sicht mindestens 50 Millionen Euro investiert werden müssen, um das Ihme-Zentrum attraktiv genug für die geforderte Vermietung von Gewerbeflächen im Sockelgeschoss zu machen.

CDU schätzt Kosten auf mindestens 100 Millionen Euro

Windhorst deutete aber bereits an, dass er mehr Geld in die Immobilie stecken werde. Aus Sicht von CDU-Mann Emmelmann sind dafür „mindestens 100 Millionen Euro“ notwendig.

Zumindest indirekt kann man wage Rückschlüsse darauf ziehen, in welchen Dimensionen Windhorst rechnet. Der hatte am Donnerstag der Politik erklärt, dass er in den vergangenen drei Jahren 3,5 Milliarden Euro investiert habe. Das Ihme-Zentrum mache weniger als fünf Prozent seines Investitionsvolumens aus. Fünf Prozent entsprechen 175 Millionen Euro.

Intown hatte das Ihme-Zentrum 2015 für 16,5 Millionen Euro ersteigert und wird es zu einem deutlich höheren Preis an Windhorst verkauft haben. Doch selbst dann dürfte man noch auf Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro in die Immobilie hoffen. Das würde auch zu Windhorsts Ankündigung passen, dass er die mehr als 70.000 Quadratmeter Gewerbeflächen im Ihme-Zentrum möglichst komplett vermieten will.

FDP sieht „Funken Hoffnung“ für das Ihme-Zentrum

Das alles vorausgesetzt, dass seinen Worten auch tatsächlich Taten folgen. Die CDU ist nach Windhorsts Auftritt deutlich optimistischer als zuvor. Eine Fristverlängerung bei der Sanierung will sie dem neuen Eigentümer jedoch nicht einräumen. „Wenn er seine Zusagen nicht einhält, sollte sich die Stadt sofort nach Alternativen umschauen“, fordert Emmelmann.

Um das Ihme-Zentrum komplett auf den neuesten Stand zu bringen, würde wohl noch eine sehr viel höhere Summe als 100 Millionen Euro benötigt. Oberbürgermeister Stefan Schostok schätzte jüngst, dass die Stadt 350 Millionen Euro investieren müsse, wenn sie die Immobilie übernähme. Windhorst – so viel steht fest – scheint sich viel vorgenommen zu haben in Hannover. „Es keimt ein kleiner Funken Hoffnung auf“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Von Christian Bohnenkamp

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