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Meine Stadt Ihme-Zentrum: Mit Landwirtschaft zum Wahrzeichen Hannovers
Hannover Meine Stadt Ihme-Zentrum: Mit Landwirtschaft zum Wahrzeichen Hannovers
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00:18 13.08.2018
Visionen für das Ihme-Zentrum: Windräder auf dem Dach, Solarzellen und mehr Grün – eine von vielen kreativen Ideen, die Studenten entwickelt haben. Quelle: Anh Pham Phuong und Christina Trentou
Hannover

Kleine Farmen in den Räumen des ehemaligen Einkaufszentrums, grüne Beete statt Beton, Solarzellen auf dem Dach: Ein Semester lang haben sich Studenten der Leibniz-Universität intensiv mit einem kreativen und nachhaltigen Umbau des Ihme-Zentrums beschäftigt. Am Freitag wurden ihre Arbeiten in den Räumen der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum vorgestellt.

Die Aufgabe für die Studenten hatte es in sich. Sie sollten Ideen entwickeln, wie aus der schwierigen Immobilie ein Wahrzeichen für Hannover werden könnte. „Im Ihme-Zentrum liegt die Zukunft für eine neue Stadtqualität“, erklärte Architekt Michael Vogt, der das Seminar geleitet hat.

Landwirtschaft soll Ihme-Zentrum zum Aushängeschild machen

In der Idee, in den leer stehenden Sockelgeschossen Landwirtschaft in Form von kleinen Farmen unterzubringen, sieht er „die Chance auf einen Wandel zum Aushängeschild Hannovers“. Lokale Lebensmittelherstellung und direkte Vermarktung seien eine Möglichkeit, Stoffkreisläufe ökologischer und wirtschaftlicher zu gestalten und „gleichzeitig Mikroklima und Aufenthaltsqualität zu verbessern“.

Auch für eine energetische Sanierung des Baus machten Studenten Vorschläge. Sie wollen zahlreiche Solarzellen anbringen, außerdem kleine Windräder installieren. Das Ziel: Das Ihme-Zentrum soll sich selbst mit Energie versorgen. „Tolle Konzepte, die weit über das hinausgehen, was bislang offiziell für das Quartier vorgestellt wurden“, sieht darin Gerd Runge, Architekt und Vorstandsmitglied der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum.

Ökologischer Ansatz: Kleine Farmen sollen im Sockelbereich des Ihme-Zentrums entstehen, so eine der Ideen der Studenten der Leibniz Universität. Die Produkte könnten dort auch gleich verkauft werden. Quelle: Maiwenn Guillouet

Die Krise des Sockelbereichs im Ihme-Zentrum sei „im Grunde genommen eine große Chance“, findet Runge. Sein Mitstreiter in der Zukunftswerkstatt, Constantin Alexander, hat die Vision, dass Besucher „zum Ihme-Zentrum kommen und sich anschauen, wie aus der Ruine ein neues Wahrzeichen geworden ist“ – wenn Hannover 2025 Kulturhauptstadt sein sollte. Alexander schlägt vor, aus der Lindener Immobilie eine Sonderwirtschaftszone zu machen. „Das Ihme-Zentrum bietet sich als Labor an, um hier neue Ansätze einer nachhaltigen und kreativen Stadtentwicklung auszuprobieren“, sagt er.

Von Christian Bohnenkamp