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Meine Stadt Ihme-Zentrum: Investor Windhorst will „Ärmel hochkrempeln“
Hannover Meine Stadt Ihme-Zentrum: Investor Windhorst will „Ärmel hochkrempeln“
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17:41 21.03.2019
Gab Auskunft im Rathaus: Lars Windhorst, der neue Investor des Ihme-Zentrums. stellte sich den Fragen der Politik. Quelle: Frankenberg
Hannover

So viel Interesse weckt selten ein Ausschuss des Rates. Mehr als 100 Zuhörer waren in den Hodlersaal des Neuen Rathauses gekommen, um sich anzuhören, welche Pläne Lars Windhorst mit dem Ihme-Zentrum hat. Gerade einmal zwei Wochen, nachdem der Verkauf der Immobilie an seine Firma Sapinda bekannt wurde, stellte er sich den Fragen der Politik – und hatte viel Optimismus mitgebracht.

„Die interessantesten Geschäfte sind die, bei denen man die Ärmel hochkrempeln muss“, erklärte Windhorst. Natürlich seien mit dem Ihme-Zentrum Risiken verbunden. Teilweise sehe es dort aus „wie im Zweiten Weltkrieg“. Allerdings gebe es selten die Gelegenheit, in so attraktiver innenstadtnaher Lage „eine Immobilie mit so großer Nutzfläche zu kaufen“. In den Top-20-Städten in Deutschland sei das selten.

Windhorst will Verträge mit der Stadt einhalten

Windhorst gab sich überzeugt davon, dass das Ihme-Zentrum „in ein paar Jahren eine sehr wertvolle Immobilie und ein attraktiver, belebter Ort sein wird“. Der neue Investor schien gut informiert, wusste viele Fakten und gab sich Mühe, die Vertreter der Politik persönlich mit Namen anzureden. Der Auftritt stimmte. Und Windhorst brachte auch Versprechen mit.

Die Verträge, die die Stadt als Mieterin mit dem bisherigen Eigentümer Intown geschlossen hat, will er einhalten. Die Verpflichtung ergebe sich schon allein daraus, dass er mit seiner Sapinda-Gruppe nicht nur die Intown-Anteile am Ihme-Zentrum gekauft hat, sondern gleich die gesamte Tochtergesellschaft, der die Immobilie gehört.

Konkret bedeutet das, dass die Arbeiten an der Fassade wie geplant weitergehen sollen. Außerdem sollen auch Gewerbeflächen schnell instand gesetzt werden. Die Aufträge seien vergeben, das Geld liege bereit. Windhorst geht davon aus, dass allein die im ersten Schritt notwendigen Mindestinvestitionen bei 50 Millionen Euro liegen werden.

Investor will Gewerbeflächen komplett vermieten

Sein Ziel – das betonte er mehrfach – ist aber, die kompletten mehr als 70.000 Quadratmeter Gewerbeflächen zu vermieten und dafür auch mehr zu investieren. Super- und Fachmärkte könne er sich vorstellen, ein Fitnessstudio oder Coworking-Flächen, bei denen sich viele Büros oder Arbeitsplätze teilen, erklärte Windhorst.

Auch der neue Fuß- und Radweg durch das Ihme-Zentrum soll möglichst schnell kommen, für den der Bund zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Eine weitere Million gibt die Stadt dazu. Die Planung dafür will Windhorst schon „nächste Woche“ freigeben, überhaupt „den Ausbau beschleunigen“, dem Verwalter des Ihme-Zentrums „mehr Entscheidungsfreiheit“ geben.

Wer sind die Geldgeber?

Das klang alles gut. Und schien auch die Politik zu beeindrucken, die sich weitgehend zahm gab. Die Skepsis – auch das wurde deutlich – bleibt jedoch groß angesichts mehrerer Eigentümerwechsel beim Ihme-Zentrum und zweier Pleiten, die Windhorst selbst hinter sich hat. Dirk Machentanz von den Linken hakte nach, „wer die Geldgeber sind“ von Windhorsts Firma Sapinda.

Diese gehöre „indirekt mehrheitlich mir“, erklärte der Investor. Der Kaufpreis werde aus Eigenmitteln bezahlt. Mittelfristig sei es auch nicht geplant für das Ihme-Zentrum Finanzschulden aufzunehmen, sagte Windhorst.

CDU-Mann Maximilian Oppelt warf diesem vor, „kein Herzblut“ für das Ihme-Zentrum zu zeigen. Windhorst konterte, dass die Investition in das Ihme-Zentrum „weniger als fünf Prozent“ des gesamten Investitionsvolumens seiner Gruppe ausmache. „Normalerweise würde ich mich nicht damit befassen“, sagte er. Dennoch habe er das Projekt „zur Chefsache“ gemacht. Auch, weil er eine besondere Beziehung zu Hannover habe. Dies sei für ihn früher „die nächstgelegene Großstadt“ gewesen, so der gebürtige Ostwestfale.

„Sind ein langfristiger Investor“

Wie es mit Referenzprojekten aussehe, wollte David Müller, Fraktionschef der Linken im Bezirksrat Linden-Limmer, wissen. Windhorst erklärte daraufhin, seine Firma habe in den vergangenen drei Jahren 3,5 Milliarden investiert und dabei weltweit 10.000 Arbeitsplätze erschaffen oder erhalten. Auf einen konkreten Zeitrahmen wollte er sich nicht festlegen. Er versicherte aber: „Wir sind ein langfristiger Investor“.

Oberbürgermeister Stefan Schostok lobte, dass sich Windhorst so schnell bereit erklärt habe, Rede und Antwort zu stehen und auch sofort Investitionen zugesagt habe. Andere habe man dazu „zwingen“ müssen, so der OB, der damit auf den oft schwierigen Umgang mit Intown anspielte.

„Alle diese Fragen und Antworten hören wir schon seit 20 Jahren“, kritisierte Gabriele Steingrube, die die CDU im Bezirk Linden-Limmer vertritt. „Wir messen Sie an Ihren Taten. Denn die meisten Investoren waren nach fünf Jahren nicht mehr da“, gab sie Windhorst mit auf den Weg.

Die Bewohner des Ihme-Zentrums zweifeln an den Plänen.

Von Christian Bohnenkamp

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