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Meine Stadt IHKN-Chef: „Die Tendenz zeigt nach unten“
Hannover Meine Stadt IHKN-Chef: „Die Tendenz zeigt nach unten“
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18:41 16.07.2019
Er hatte keine guten nachrichten: Horst Schrage, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammern Niedersachsen. Quelle: Foto: dpa
HANNOVER

Im Frühjahr hatte Horst Schrage noch gehofft, dass man langsam die Talsohle erreicht habe. Die Hoffnung trog, wie der Hauptgeschäftsführer der IHK Niedersachsen (IHKN) am Dienstag einräumte: Zum sechsten Mal in Folge ist der IHK-Konjunkturklimaindikator für Niedersachsen, den der Verband jedes Quartal erstellt, gesunken. Und zum ersten Mal seit sieben Jahren landet der Index mit dem aktuellen Wert von 105 Punkten unter dem langjährigen Mittel von 110 Punkten.

„Ohne eine schnelle Lösung bei den internationalen Handelsstreitigkeiten ist ein Ende der Talfahrt nicht in Sicht“, sagte Schrage dazu. „Zuvor ist nicht mit einer Belebung des Geschäfts zu rechnen.“ Er betonte zwar, dass die Geschäftslage an sich zwar immer noch recht gut sei und man auch von einem hohen Niveau komme. „Aber die Tendenz zeigt eindeutig nach unten. Das macht uns erheblich Sorgen.“ Auch deswegen korrigierte Schrage die Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,0 Prozent, die er im Frühjahr abgegeben hatte, auf nun 0,5 Prozent.

Besonders betroffen von den internationalen Faktoren wie dem Brexit und den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China seien die exportorientierte Metall- und Elektroindustrie sowie die Autobranche und Zulieferer. Für Bauindustrie, Lebensmittelbranche, Dienstleister und in Teilen auch den Einzelhandel sehe es hingegen immer noch gut aus. Die aktuelle Situation beurteilten rund 2000 befragte Unternehmen aus allen Branchen noch recht ordentlich: 31 Prozent nennen sie gut (Vorquartal: 33 Prozent), 59 Prozent zeigen sich zufrieden (Vorquartal: 58 Prozent) und nur elf Prozent sind unzufrieden (neun Prozent).

Allerdings haben sich die Erwartungen „deutlich verschlechtert“, weiß Horst Schrage: Nur noch 13 Prozent rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung (Vorquartal: 18 Prozent), 65 Prozent erwarten keine Veränderung (62 Prozent) und 22 Prozent gehen von einer ungünstigen Entwicklung aus (20 Prozent).

Besorgniserregend sei zudem, dass die Auftragseingänge in der Industrie deutlich zurückgegangen seien, was auch die Exporterwartungen drückte.

Zum ersten Mal seit 2016 sei auch der Auftragsbestand in den negativen Bereich gerutscht. „Das Polster wird dünner in der Industrie“, sagte Schrage. „Das muss uns Sorge bereiten für die weitere konjunkturelle Entwicklung.“

Dementsprechend haben die Unternehmen ihre Investitionspläne zurückgefahren, liegen aber immer noch über dem langjährigen Durchschnitt. Mit einem weiteren Aufbau der Beschäftigtenzahlen sei nicht zu rechnen. Allerdings bedeute das nicht, dass nun automatisch die Arbeitslosenquote steigen werde: Noch immer bestehe in vielen Branchen ein massiver Fachkräftemangel.

Schrage appellierte an die Politik, Impulse zu setzen, die der Wirtschaft neuen Schub verleihen würden. Andere Länder wie die USA oder Frankreich hätten zuletzt ihre Unternehmenssteuern gesenkt. „Da ist jetzt unser Wirtschaftsminister gefragt“, sagte Schrage.

Von INKEN HÄGERMANN

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