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Meine Stadt Hunderte demonstrieren für Erhalt des Godehardistifts
Hannover Meine Stadt Hunderte demonstrieren für Erhalt des Godehardistifts
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18:19 06.03.2019
Auf dem Lindener Marktplatz protestieren Bewohner und Beschäftigte des Godehardistifts für den Erhalt des Altenheims. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Sie machten ordentlich Krach auf dem Lindener Marktplatz. Rund 300 Bewohner, Beschäftigte und Unterstützter des Godehardistifts wehrten sich mit einer Menschenkette gegen die geplante Schließung des Altenheims. „Ich möchte das Godehardistift nicht verlassen“, sagt die 92-jährige Gertrud Schlie, „ich habe in der Nähe gewohnt und fühle mich hier zu Hause. Von Baumängeln merken wir Bewohner nichts.“

Bewohner haben Angst

Der Betreiber des Seniorenheims, das inzwischen in der Paul-Gerhardt-Diakonie aufgegangene evangelische Johannesstift, will die Einrichtung zum Jahresende aufgeben. Denn das in den 70er-Jahren gebaute Gebäude in der Posthornstraße sei marode. 80 Bewohner wären von der Schließung betroffen. Eine Lösung für sie ist noch nicht gefunden. „Wir gehen da auf die Alten los. Das finde ich unfair“, sagt Simone Arslantas. Sie betreibt im Godehardistift einen Friseur und ein Restaurant. „Die Bewohner haben Angstzustände, wenn sie daran denken, dass das Heim bald schließt“, sagt Arslantas. In einem Schreiben ist sogar von Suizidgedanken die Rede.

Protest für das Godehardistift in Linden

Zum Protest hatten am Mittwoch aber weder die Bewohner noch die Beschäftigten aufgerufen. Schüler der Berufsfachschule Altenpflege hatten die Demonstration angemeldet. „Sie wissen ganz genau, was mit alten Menschen passiert, wenn sie aus der gewohnten Umgebung herausgezogen werden“, erklärt Lehrer Jürgen Blume.

Sorgen um die Zukunft

Wolfgang Büchner macht sich Sorgen um seine 94-jährige Mutter, eine der Bewohnerinnen. Er hat deshalb eine Online-Petition für den Erhalt des Godehardistifts gestartet. 2780 Menschen haben sie bereits unterschrieben. „Die Stadt kümmert sich nicht genug“, kritisiert er. Er wünscht sich, dass das Gebäude entweder saniert oder ein neues Altenheim in Linden gebaut wird. „Hier gibt es genug Grundstücksflächen. Die Stadt sollte ein Interesse haben, dass das Seniorenstift im Stadtteil bleibt“, sagt Büchner. Der Vorschlag des Vereins Zukunftswerkstatt, das Altenheim im Ihme-Zentrum unterzubringen, hält er für abstrus. „Das ist die größte Bauruine der Stadt. Da können wir auch hier bleiben.“

Betreiber-Geschäftsführer Wolfram Rohleder schaute sich ebenfalls die Demonstration an. „Ich kann die Sorgen selbstverständlich nachvollziehen. Wir haben das gleiche Ziel“, sagt er. Eine Sanierung komme aus seiner Sicht allerdings nicht mehr in Frage. „Das Gebäude ist so marode, da können wir nicht mehr hinein investieren“, sagt Rohleder. Er wünscht sich einen Neubau – am besten in Linden. Dann könnten die Bewohner noch zwei weitere Jahre bis zum Umzug in der Posthornstraße bleiben. Allerdings fordert er von der Stadt, dass sie ihn stärker dabei unterstützt, ein geeignetes Baugrundstück zu finden. „Das geht so einfach nicht“, sagt er.

Auch Kita bedroht

Noch in diesem Monat ist ein gemeinsames Gespräch mit ihm, der „Godi“-Initiative und Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf geplant. Ein Mitarbeiter aus der Bauverwaltung soll nicht dabei sein.

Von der Schließung wäre auch die Kindertagesstätte „Junges Gemüse“ betroffen. Sie hat für ihre Räume im Seniorenheim zum Jahresende ebenfalls die Kündigung erhalten. „Wir benötigen dringend neue Räumlichkeiten“, sagt Henrike Brodersen, Vorstandsmitglied des Trägervereins.

Von Sascha Priesemann

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