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Meine Stadt Hüpfen und klettern am Pferdeturm
Hannover Meine Stadt Hüpfen und klettern am Pferdeturm
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09:59 22.12.2014
Von Andreas Voigt
Quelle: Florian Petrow
Hannover

Eine ernstzunehmende Angelegenheit, die sich Parkour nennt -„die Kunst der effizienten Fortbewegung ohne jegliche Hilfsmittel“. Worum es geht bei diesem Trendsport? Antwort: Möglichst schnell und auf kürzestem Weg von einem Punkt zum anderen zu kommen und die vorhandenen Hindernisse sicher und kontrolliert zu überwinden - ohne sie zu verändern. Papierkörbe, Bänke, Betonsockel, Bäume oder auch Fahrradständer können das zum Beispiel sein.

So weit die Theorie. In der Praxis wird das Eisstadion am Pferdeturm zu einem Parkour. Dort, wo sonst die Hannover Indians Eishockey spielen, findet Pfingsten 2015 ein mehrtägiger Workshop statt, organisiert von „Parkour Hannover“. Das versteht sich als Community für alle, die über feste Hindernisse in der Stadt laufen. Jeden Sonntag üben sie auf dem Raschplatz, haben ihre feste Trainingshalle aber auch im Erich-Kästner-Schulzentrum in Laatzen. Auf 200 bis 300 Traceure, so heißen die Könner, schätzt Moritz Griebler die Szene in Stadt und Umland von Hannover. Sie sind vernetzt über ein geschlossenes Internet-Forum und tauschen darüber Trainingsorte und Termine aus.

Der 18-Jährige organisiert an Pfingsten das Trainingscamp im Eisstadion mit, zu dem er etwa 500 Traceure erwartet, vor allem aus Norddeutschland - so eine Veranstaltung hat Hannover noch nie gesehen. Warum der Pferdeturm? Vater Gerhard Griebler ist seit Sommer Pächter des Eisstadions.

Sohnemann Moritz und die Seinen üben an Pfingsten auf einem Parkour, der auf der - dann enteisten - Spielfläche der Indians entsteht: Ein Hindernislauf aus verschiedenen Holztürmen und einem Meer aus Gerüststangen, die miteinander verbunden sind und an denen die Traceure sich entlangwinden.

„Den Parkour kann jeder machen, wir bauen verschiedene Schwierigkeitsgrade ein, geben Hilfestellung“, sagt Griebler. Außerdem erklären sie ihren Sport, erläutern dessen Philosophie, geben Tipps zu Training und Ernährung. Wer am Workshop teilnehmen möchte, zahlt fünf Euro und bekommt dafür Verpflegung und Schlafplatz - in einem der Zelte auf dem Pferdeturm-Parkplatz.

Geöffnet hat der Parkour im Eisstadion am Sonnabend und Sonntag jeweils ab 11 Uhr - mit offenem Ende, der Pferdeturm hat schließlich Flutlicht.