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Meine Stadt Gundlachs großer Wurf
Hannover Meine Stadt Gundlachs großer Wurf
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20:00 20.09.2018
Gundlach, Neubaugebiet Herzkamp in Hannover-Bothfeld. Luftbilder vom Sommer 2018 sowie drei verschiedene Visualisierungen der Architektur im Wohnquartier. Quelle: Gundlach
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Hannover

Gerade erst war Spatenstich. Im Frühjahr 2020 schon sollen schon die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. In Verlängerung der Bothfelder Kurze-Kamp-Straße, zwischen der Großen Heide und den Sportplätzen, entsteht eines der größten neuen Wohnquartiere Hannovers – der Herzkamp. Das Familienunternehmen Gundlach wird 315 Reihenhäuser, Miet- und Eigentumswohnungen errichten.

Nie zuvor in den vergangenen Jahrzehnten hat die Gundlach Bau und Immobilien GmbH & Co KG so viel Investment gewagt. „Wir rechnen mit mehr als 100 Millionen Euro“, sagt Geschäftsführer Lorenz Hansen. Die Summe übersteige die für den Pelikan-Park an der Podbi.

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Was geplant ist, lässt Stadtbaurat Uwe Bodemann schwärmen. „Die Zeichen der Zeit erkannt“, sagt er über das Projekt, das zunächst umstritten war. Naturschützer und Nachbarn fürchteten um den angrenzenden Wald. Doch den schützt Gundlach durch einen Wall, bepflanzt mit 3600 neuen Gehölzen. Zusätzlich soll es einen Pflanzsaum und eine Wiesenfläche geben.

„Von dem 9,2 Hektar großen Grundstück wird die Stadt einschließlich Straßen und Bolzplatz am Ende über die Hälfte verfügen“, rechnet Hansen vor. Weil ihm und seinem Team Nachhaltigkeit am Herzen liege, wird der Herzkamp zum Leuchtturmprojekt für klimaangepasstes Bauen.

„Eine Frischluftschneise vom Wald führt über das Gebiet“, erklärt Elisabeth Czorny, Bereichsleiterin der städtischen Umweltplanung, den Hintergrund. Man habe erste Bauplanungen verändert, damit Luftschneisen bleiben. Das neue Wohnquartier sei sogar für Starkregen gerüstet. „Wir wollen ein Hannover-Modell daraus entwickeln“, so das formulierte Ziel. Der Herzkamp könne eine Blaupause für neue Baugebiete sein.

Die 26 000 Quadratmeter entstehender Wohnfläche sind längst über den Stadtteil hinaus auf Interesse gestoßen. Für die 30 Reihenhäuser beginnt im November der Verkauf. 4500 Euro wird der Quadratmeter laut Hansen kosten. Weil es „ein Quartier für alle“ sein soll, sind im Geschossbau bei öffentlicher Förderung Mieten mit 6,50 Euro pro Quadratmeter möglich.

„Ich könnte mir vorstellen, hier zu leben“, meint Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg. Schließlich sei jetzt schon alles da, was ein Wohnquartier lebenswert macht – gute Verkehrsanbindung und Einkaufsmöglichkeiten, Grün und Sportvereine vor der Tür. Und Gundlach wird noch eine vierzügige Kindertagesstätte bauen.

Von Vera König