Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Keine Hilfe vom Land in Sachen Römerlager?
Hannover Meine Stadt Keine Hilfe vom Land in Sachen Römerlager?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 02.12.2019
In historischer Kluft: Werner Pollak von der Römer-AG Leine zeigt regelmäßig auf dem Gelände bei Hemmingen, wie die römischen Legionäre ausgesehen haben könnten, die dort kurz nach Christi Geburt campierten. Quelle: Daniel Junker
Hemmingen

Fast 6000 Menschen haben sich in einer Online-Petition für den Erhalt des Römerlagers bei Hemmingen ausgesprochen. Zum ersten Mal waren es so viele, dass sich der Petitionsausschuss des Landtages offiziell in einer Anhörung damit befassen musste. Der will nun aber wohl dem Landtag die Ablehnung der Petition empfehlen.

Wie der „Rundblick“ berichtet, vertritt das Gremium mehrheitlich die Position, dass das Land nicht helfen könne. Der Landtag soll darüber Mitte Dezember entscheiden. Offenbar gibt es in der Landesregierung und der Politik die Befürchtung, dass das Land der Kiesfirma Holcim Entschädigung zahlen müsste, wenn es die Petition annähme und den Abbau des Rohstoffs auf dem Gelände des Römerlagers verhinderte.

Offener Brief an Ministerpräsident Weil

Der Kiesabbau auf der Fläche ist im Raumordnungsprogramm des Landes vorgesehen. Allerdings muss die Region Hannover noch dafür eine Genehmigung erteilen. Die Petition hatte deshalb unter anderem gefordert, das Gelände aus dem Raumordnungsprogramm zu streichen.

Deren Initiatoren zeigen sich verärgert darüber, dass die Landespolitik keine Möglichkeit sieht, etwas für den Erhalt des Lagers zu tun. Sie haben sich mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Stephan Weil gewandt und fordern diesen auf, sich für eine Änderung des Raumordnungsprogramms einzusetzen.

Römerlager nur 0,25 Prozent der Kiesabbaufläche

Die potenzielle Kiesabbaufläche in Niedersachsen betrage fast 16.000 Hektar. Das Römerlager mache davon mit seiner Fläche von 40 Hektar gerade einmal 0,25 Prozent aus. „Was für die Bauwirtschaft lediglich eine preiswerte Rohstoffgrube darstellt, ist für die Bürgerschaft der Region und Niedersachsens ein historisches Archiv, ein Baustein ihres kollektiven Gedächtnisses, ein schützenswerter Schatz, den es zu erhalten und zu erforschen gilt“, heißt es in dem Brief an Weil. Dieser solle sich „für den Erhalt von Kulturgütern“ aktiv einsetzen und den beabsichtigten Kiesabbau verhindern.

Im Herbst 2015 hatten Archäologen den Fund des römischen Marschlagers zwischen den Hemminger Ortsteilen Arnum und Wilkenburg der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Rund 20.000 Legionäre campierten dort nach Erkenntnissen der Forscher in den Jahren nach Christi Geburt.

Lesen Sie auch:

 

Von Christian Bohnenkamp

24 Türchen bis Weihnachten: Ein Adventskalender gehört für viele Menschen fest zur Vorweihnachtszeit dazu – auch in Hannover. Das sind die schönsten Adventskalender der NP-Leser

02.12.2019

Leitungswasser ist preiswert, klimafreundlich und überall zu bekommen: Bundesumweltministerin Svenja Schulze möchte es gar zum Durstlöscher Nummer eins machen. Aber ist es auch wirklich so gesund? Eine Studie der Leibniz Universität hat nun in 35 Haushalten genauer hingeschaut.

02.12.2019

Es gibt E-Busse, E-Lkw und E-Scooter – aber noch fast keine E-Fahrschulautos. Jörg Vespermann hat mit seiner Fahrschule Driving School in Vahrenheide schon 2016 das Elektro-Experiment gewagt. Seitdem stößt er aber auch immer wieder auf Hürden.

02.12.2019