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Meine Stadt Hauptbahnhof: Illegale Geschäfte mit Obdachlosen-Magazinen
Hannover Meine Stadt Hauptbahnhof: Illegale Geschäfte mit Obdachlosen-Magazinen
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17:49 29.03.2019
Viel los: An Hannovers Hauptbahnhof sind Bettler mit einer neuen, illegalen Masche unterwegs. Quelle: Heusel
Hannover

Mit einer neuen Masche versuchen offenbar organisierte Bettler aus Osteuropa seit einigen Wochen an Hannovers Hauptbahnhof an das Geld von Reisenden zu kommen. Sie geben sich als Verkäufer von Straßenzeitschriften aus – sehr zum Ärger des hannoverschen Magazins „Asphalt“, das selbst gar nicht auf Flächen der Deutschen Bahn verkaufen darf.

„Das beschädigt unseren Ruf“, warnt Asphalt-Vertriebsleiter Thomas Eichler. Seit sechs bis acht Wochen sei das Problem verstärkt aufgetreten. Er sieht in dem Vorgehen der in der Regel osteuropäischen Frauen „ganz klaren Trickbetrug“.

Verkauft werden Zeitschriften aus Hamburg und Berlin

Diese verkaufen nicht die Asphalt-Zeitschrift aus Hannover, sondern das Hamburger Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“ sowie das Berliner Magazin „Motz“.

Und zwar ohne deren Einwilligung. „Es gibt die ganz klare Vereinbarung, dass wir unsere Magazine nicht in anderen Städten verkaufen, um Konkurrenz zu vermeiden“, erklärt Eichler. Daran würden sich die Kollegen in Berlin und Hamburg auch halten.

Die organisierten Bettler haben sich die Zeitschriften also offenbar selbst besorgt. Wie Asphalt-Vertriebschef Eichler erfahren hat, komme es oft auch gar nicht zum Verkauf. „Die kassieren das Geld und sagen dann, dass das leider die letzte Ausgabe gewesen sei“.

Der Ordnungsdienst der Stadt hat keine Handhabe gegen die neue Bettler-Masche. Er ist auf dem Gelände des Hauptbahnhofs nicht zuständig. An die Deutsche Bahn, die dort Hausrecht hat, habe man sich bereits gewendet. Bisher allerdings ohne Erfolg, berichtet Eichler.

Bahn macht Durchsagen und schickt Sicherheitskräfte in zivil

„Derzeit laufen auch bei uns die ersten Kundenbeschwerden ein“, sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Aus diesem Grund gebe es „zurzeit verstärkt Kundenhinweise per Lautsprecher“. Auch reagiere man mit zivilen Streifen der DB Sicherheit. „Generell ist das Musizieren und Betteln in den Bahnhöfen laut unserer Hausordnung verboten. Wir bedauern, dass hier offensichtlich Missbrauch mit einer Obdachlosenzeitung getrieben wird. Dafür haben wir kein Verständnis“, erklärt Meyer-Lovis.

Laut Vertriebsleiter Eichler sind die Asphalt-Verkäufer an einem gelben Ausweis zu erkennen, auf dem notiert ist, wo diese das Obdachlosen-Magazin verkaufen dürfen. Am Hauptbahnhof sei das nicht der Fall.

Von C. Bohnenkamp

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