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Meine Stadt Hannoversche Moorgeest: Experten zählen Tiere und Pflanzen
Hannover Meine Stadt Hannoversche Moorgeest: Experten zählen Tiere und Pflanzen
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16:55 13.08.2019
Eine einzigartige Landschaft: die hannoversche Moorgeest. Quelle: Archiv
Hannover

Seit September 2012 läuft das von der EU geförderte Projekt „Hannoversche Moorgeest“ bereits. Dabei geht es um die Wiedervernässung der Hochmoore in der Wedemark, Neustadt, Langenhagen und Garbsen. Es hat eine Weile gedauert, bis die betroffenen Grundeigentümer miteinbezogen werden konnten.

Doch bevor nun die Wasserstände durch den Bau von Moordämmen und das Verschließen von Gräben allmählich angehoben werden können, hat der zuständige Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) eine umfassende Bestandsaufnahme von Fauna und Flora in Auftrag gegeben.

Seit März ist der Biologe Dirk Herrmann mit seinem Team auf ausgewählten und repräsentativen Moorflächen unterwegs, um Tiere und Pflanzen zu erfassen. Diese Kartierung wird erst im November nächsten Jahres abgeschlossen sein. Die spannende Frage, ob sich Flora und Fauna durch die Renaturierung erholen können, wird allerdings erst bei der Wiederholung der Erfassung nach Abschluss aller Bauarbeiten 2026 beantwortet werden können.

Moorfrosch und Ziegenmelker

Aktuell hat es jedoch bereits im Helstorfer, Bissendorfer und Otternhagener Moor sowie dem Schwarzen Moor erste erfreuliche Ergebnisse gegeben, wie das NLWKN am Dienstag mitteilte. So wurden Vorkommen des Moorfroschs entdeckt und auch des Ziegenmelker, einer dämmerungsaktiven Vogelart. Auch der in Deutschland vom Aussterben bedrohte Nachtfalter Zottiger Sackträger hat dort seinen Lebensraum.

SELTENER FALTER: Im Otternhagener Moor registrierten die Biologen auch Exemplare des Argusbläulings. Quelle: Nlwkn

Besonders freuten sich die Experten über zwei Schlingnattern, der seltensten Schlangenart Niedersachsens. Sie wird in der „Roten Liste“ als stark gefährdet eingestuft. „Der erfolgreiche Nachweis seltener Tier- und Pflanzenarten in der Hannoverschen Moorgeest beweist erneut, dass wir es hier mit einem der wertvollsten der noch erhaltenen Moore in Niedersachsen zu tun haben“, betonte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies. Er wies aber auch darauf hin, dass die Wiedervernässung nicht nur dem Arten-, sondern auch dem Klimaschutz diene. Denn sie stoppe die Treibhausgase freisetzende Zersetzung der Torfkörper.

Trockenheit gefährdet die Moore

Doch auch beim Artenschutz besteht trotz der erfreulichen Ergebnisse Handlungsbedarf. Noch immer hätten sich die Wasserstände in den Moorgebieten nicht von der Trockenheit des vergangenen Jahres erholt, so Susanne Brosch vom NLWKN: „Die Lebensbedingungen hochmoortypischer Arten sind nicht ideal. Insbesondere die Moorlibellen leiden, da viele Moortümpel als Lebensraum ihrer Larven ausgetrocknet sind.“

Das Wiedervernässungsprojekt kostet insgesamt 14,5 Millionen Euro. Davon trägt die EU im Zuge ihres Förderprogramms Life+ 59 Prozent, 34 Prozent trägt das Land und sieben Prozent die Region Hannover.

Frühere Artikel über das Projekt lesen Sie hier:

Von Andreas Krasselt

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