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Meine Stadt Hannover: Onlinelexikon stellt Geschichten der Gemeinden ins Netz
Hannover Meine Stadt Hannover: Onlinelexikon stellt Geschichten der Gemeinden ins Netz
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15:28 16.09.2019
DER EXPERTE: Historiker Wolfram Kändler leitet das Projekt des Onlinelexikons über die Gemeinden der Landeskirche Hannover. Quelle: Frank Wilde
Hannover

In der Landeskirche Hannover gibt es aktuell rund 1300 Gemeinden, und jede davon hat ihre eigene Geschichte und eigene Besonderheiten. Blickt man weiter zurück, kommen weitere Gemeinden hinzu, die es mittlerweile nicht mehr gibt. Auch sie haben etwas zu erzählen. Zusammen sind dies rund 1800 Geschichten, die das Landeskirchliche Archiv in seinem Kirchengemeindelexikon erfassen will. Und zwar online und für jeden zugänglich – ein bundesweit einmaliges Projekt.

So ist die seit 1985 zum Weltkulturerbe zählende Michaeliskirche in Hildesheim etwa ein Paradebeispiel für gelungene Ökumene. Als evangelische Kirche beherbergt sie nämlich eine katholische Krypta mit der Grabstätte Bischof Bernwards. „Das hat früher auch schon mal zu Ärger über die Finanzierung geführt“, erklärt Wolfram Kändler. Doch das ist Schnee von gestern.

Der Historiker arbeitet seit 2017 beim Landeskirchlichen Archiv in der Goethestraße, und sein Schwerpunkt ist seitdem die Herausgabe des Kirchengemeindelexikons. Dieses Online-Nachschlagewerk ist zwar noch lange nicht vollständig, doch bereits seit Kurzem freigeschaltet. Eine Zusammenstellung sämtlicher Gemeinden der Landeskirche samt ihrer Geschichte, ihrer Kirchen und anderer Gebäude sowie vorhandener Kulturschätze.

PRAKTIZIERTE ÖKUMENE: Die Michaeliskirche in Hildesheim ist zwar evangelisch, beherbergt aber auch eine katholische Krypta, die Grabstätte Bischof Bernwards. Quelle: dpa

Für Hobbyforscher interessant

Doch Vorsicht: Das Lexikon ist eben Lexikon und keine erzählerische Prosa. Die einzelnen Artikel sind rein fachlich abgefasst, knapp und präzise in der Formulierung. Gerade dadurch aber auch für den privaten Hobbyforscher interessant.

„Die Arbeit an dem Lexikon hat bereits 2014 angefangen“, so Kändler. Damals sollte es noch als gedrucktes Buch erscheinen. „Es gab immer wieder viele Anfragen aus den Gemeinden zu ihrer eigenen Geschichte“, berichtet der Experte. Es gebe zwar viele Quellen dazu. Aber es sei eben sehr mühselig, sich durch die Archive zu wühlen.

Leser sollen Fehler melden

Als Kändler zu dem Projekt stieß, wurde von den Druckplänen Abstand genommen. Der promovierte Historiker hatte bereits Erfahrungen mit ähnlichen Vorhaben in Online-Versionen gesammelt, und neben den geringeren Kosten hat diese Variante noch viele andere Vorteile: Leser können mitarbeiten, indem sie Fehler melden, die sich so leicht korrigieren lassen. Die Autoren sind nicht ganz so streng an Längenvorgaben ihrer Texte gebunden. Und: „Wir müssen jetzt nicht alphabetisch, sondern können regional vorgehen“, sagt Kändler. „Das spart viel Arbeitszeit.“ Denn auf diese Weise muss er bei Recherchen nicht ständig von einer Region in eine andere springen.

Als Quellen nutzen die Autoren in erster Linie Sekundärliteratur. Aber auch sogenannte Visitationsberichte sind von Bedeutung. Denn die Superintendenten besuchen die Gemeinden regelmäßig alle sechs Jahre und notieren in ihren Berichten zahlreiche Details über das Gemeindeleben. „Die ältesten Berichte stammen aus dem 16. Jahrhundert“, so Kändler. „Danach gibt es große Lücken, aber im 19. Jahrhundert wurde das verstetigt.“ Darüber hinaus würde für das Lexikon aber auch anderes Material berücksichtigt, etwa Bücher, die von den Pfarrern selbst geschrieben worden seien, Festschriften oder kleine kunstgeschichtliche Heftchen und Ortschroniken.

Erst ein Teil der Gemeinden erfasst

Aktuell sind etwas mehr als 700 Artikel veröffentlicht, das Lexikon wird permanent aktualisiert. Bis 2025 soll es abgeschlossen sein. Gemeinden aus dem Bereich der Region Hannover sind erst wenige vertreten. Über eine Kartendarstellung lassen sich die jeweiligen Artikel bequem aufsuchen. Sie beginnen mit einer Orts- und Kirchengeschichte. Für den Laien besonders interessant dürften die ausführlichen Darstellungen der örtlichen Kirchen mit ihrem jeweiligen Inventar samt Orgel sein. Die abschließenden Literaturhinweise geben Anregungen zur Vertiefung.

Auch für kircheninteressierte Ausflügler dürfte das Kirchengemeindelexikon eine ergiebige Quelle sein. „Man erfährt etwas über kleine Dorfkirchen im Umland, die ihren ganz eigenen Charme haben“, empfiehlt Kändler. „Auch kunstgeschichtlich Interessierte können sich etwa über spezielle Ausmalungen oder Orgeln informieren.“

Ganz ausgeschlossen ist es übrigens nicht, dass das Werk auch einmal in Buchform erscheinen könnte. „Ich kenne Leute, die so etwas gerne im Regal stehen hätten“, verrät der Projektleiter. Möglich wäre das natürlich erst, wenn das Lexikon auch fertig ist. „Dann kann man noch mal darüber nachdenken.“

Von Andreas Krasselt

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