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Meine Stadt Hannovers Verkehrswende: Wie soll sie doch noch klappen?
Hannover Meine Stadt Hannovers Verkehrswende: Wie soll sie doch noch klappen?
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21:02 26.11.2018
Volles Haus: Rund 300 Besucher kamen auf Einladung der Region zur Diskussion über die Verkehrswende in Hannover. Quelle: Heusel
Hannover

Die Zahlen waren eine Enttäuschung. Kein Anstieg von ÖPNV und Radverkehr, die bei 19 Prozent stagnieren. Seit 2011 ist es nicht gelungen, in Hannover den Anteil des Autoverkehrs zu reduzieren (36 Prozent). Droht der Verkehrswende das Scheitern? Darüber diskutierten am Montag Experten im Haus der Region.

Für Gastgeber Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region, steht fest: „Wir brauchen mehr Mut“. Die öffentlichen Flächen müssten umverteilt werden. „Auch zu Lasten des Autoverkehrs“, forderte er vor knapp 300 Zuhörern.

Wie es besser laufen könnte, macht Wien vor. Österreichs Hauptstadt schaffte es, den Anteil des Autoverkehrs zwischen 1999 und 2015 von 36 auf nur noch 27 Prozent zu reduzieren. Fast drei Viertel der Strecken werden also ohne Auto zurückgelegt. „Das ist stark“, sagte Professor Carsten Sommer, Mobilitätsforscher an der Uni Kassel, der sich auch für eine stärkere Beteiligung der Autofahrer an der Finanzierung der Infrastruktur einsetzt.

Den Erfolg Wiens führt er vor allem auf eine seit vielen Jahren „konsequente, nachhaltige und integrierte Verkehrspolitik“ zurück. Den Effekt des von der Ampel im Rat auch für Hannover geforderten 365-Euro-Tickets im Nahverkehr hält er jedoch für „eher gering“. Stärker habe sich die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auch auf Bezirke jenseits der Innenstadt ausgewirkt.

Das soll nun auch in Hannover kommen, erklärte Stadtbaurat Uwe Bodemann. In dicht besiedelten Quartieren wie der Südstadt, Oststadt oder List sollen Parkgebühren für Nicht-Anwohner eingeführt werden, hat die Ampel gefordert. Auch für den Radverkehr werde ein „ganz schönes Paket“ geschnürt. 2019 werde Hannover dafür fast genauso viel ausgeben wie die Radfahrer-Vorzeigestadt Amsterdam. Er räumte aber auch ein: „Wir müssen mehr tun“.

Eberhard Röhrig-van der Meer vom Radfahrerclub ADFC kritisierte, dass Hannover „nicht entschlossen genug“ vorgehe. Er forderte ein „durchgängiges Radwegenetz“, auf dem sich die Bürger sicher und wohl fühlen. Zudem müssten die Radverkehrsexperten in der Bauverwaltung „besser gehört werden“.

Christian Bebek, Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer, sprach sich entschieden dagegen aus, Parkplätze abzuschaffen und teurer zu machen. Auch eine „total beruhigte Stadt“ sei „nicht in unserem Interesse“.

Von Christian Bohnenkamp

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