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Meine Stadt Wie geht es mit der Südschnellwegbrücke weiter?
Hannover Meine Stadt Wie geht es mit der Südschnellwegbrücke weiter?
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20:54 25.01.2019
Marode: Die Brücke über die Hildesheimer Straße. Stadt und Land wollen sie durch einen Tunnel ersetzen. Doch den hat der Bund noch immer nicht genehmigt.
Marode: Die Brücke über die Hildesheimer Straße. Stadt und Land wollen sie durch einen Tunnel ersetzen. Doch den hat der Bund noch immer nicht genehmigt. Quelle: Foto: Thomas
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Wie dringend die Südschnellweg-Brücke über die Hildesheimer Straße ersetzt werden muss, hat die erneute Sperrung Anfang Januar deutlich gemacht. Kaputte Teile mussten ausgetauscht werden. Um Ostern sind weitere Arbeiten geplant. Eine Entscheidung für einen Nachfolgebau ist aber immer noch nicht in Sicht. Tunnel oder neue Brücke? Dabei geht es wohl vor allem ums Geld.

Schon im Herbst 2017 hatte die für die Planung zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr verkündet, dass der Bund dem Bau des Tunnels zugestimmt habe. Schon bald sollte es dafür auch eine schriftliche Genehmigung geben. Die jedoch steht mehr als ein Jahr später immer noch aus.

In der Politik gehen viele mittlerweile davon aus, dass der Bund der Stadt und möglicherweise auch dem Land eine möglichst hohe Beteiligung an dem Megaprojekt abpressen will. Denn der Tunnel, den Stadt und Land wollen, wäre mit rund 300 Millionen Euro Kosten etwa 80 Millionen Euro teurer als eine neue Brücke.

Der Bund hatte deshalb von der Straßenbaubehörde des Landes gefordert, dass sie auch zur in Hannover ungeliebten Brückenvariante detailliertere Planungen vorlegen muss, damit diese als Kostenvergleich herangezogen werden kann. Die Unterlagen haben die Planer mittlerweile übergeben. Deren Prüfung „sowie die Abstimmungen zwischen Bund, Land und Stadt hinsichtlich der Finanzierung“ sollen nun parallel zum weiteren Planungsprozess laufen, erklärt Sebastian Tacke von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Das von CDU-Mann Bernd Althusmann geführte Ministerium für Wirtschaft und Verkehr stellt allerdings klar, dass es sich nicht an den Kosten für einen Tunnel beteiligen wird. „Da der Südschnellweg eine Bundesstraße ist, liegen die Kosten beim Bund. Nach dem Bundesfernstraßengesetz gibt es derzeit keinen Ansatz für eine Beteiligung des Landes“, sagt ein Sprecher der NP.

Auch die Stadt geht „nach wie vor von einer geringen Beteiligung aus“, nämlich für den Bau von Rampen, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Womit sich eine Kostenbeteiligung von Land und Stadt an der Sanierung der Bundesstraße begründen ließe, sagt das Bundesverkehrsministerium nicht. Die Prüfung der vom Land vorgelegten Unterlagen laufe noch.

Laut Planer Tacke wirken sich die Abstimmungen „noch nicht auf den Rahmenterminplan aus“. Der Start des Planfeststellungsverfahrens für das Großprojekt sei „weiterhin für das dritte Quartal 2019 vorgesehen“. Der Bau einer provisorischen Brücke nördlich der maroden über die Hildesheimer Straße soll Mitte 2022 starten.

Der Baubeginn für den Tunnel ist nach Abriss der alten Brücke ab Mitte 2024 geplant. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geht von einer Gesamtbauzeit von sechs Jahren aus.

Von Christian Bohnenkamp