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Meine Stadt Hannover: Ratssitzung mit hohem Kuschelfaktor
Hannover Meine Stadt Hannover: Ratssitzung mit hohem Kuschelfaktor
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18:59 27.06.2019
Premiere: Bürgermeisterin Renate Kramarek (stehend) leitet die Ratssitzung. Neben ihr (von links) Henning Hofmann, Thomas Klapproth, Sabine Tegtmeyer-Dette , Uwe Bodemann, Rita Maria Rzyski, Konstanze Beckedorf. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Der Rat hat seine letzte Sitzung vor der Sommerpause hinter sich gebracht. Es war eine mit viel Besonderheiten und hohem Kuschelfaktor. Für den sorgte maßgeblich Regine Kramarek, die zum ersten Mal ihre beiden Bürgermeister-Kollegen vertreten musste.

„Es sieht ziemlich leer aus neben mir“, sagte die Grüne mit Blick auf die verwaisten Plätze. Der Erste Bürgermeister Thomas Hermann und sein Vize Klaus-Dieter Scholz sind erkrankt. Jedem war klar, dass Kramarek auf sich allein gestellt mit Sitzungsleitung, Auszählung der Stimmen un der Liste der Wortmeldungen scheitern müsste.

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Stärkste Fraktionen helfen

Gesetzliche Vorgaben oder Regeln der Stadt für einen solchen Fall fehlen. „Wir müssen uns mit einem ungeschriebenen Verfahren behelfen“, so Kramarek. Die beiden stärksten Ratsfraktionen, SPD und CDU, sollten jeweils ein Mitglied benennen, das bei der Sitzungsleitung hilft.

„Wir akzeptieren das Verfahren, obwohl wir uns auch als große Partei fühlen.“ Mit dem Beitrag zum Problem löste Dirk Machentanz von der Linken das erste gemeinsame Gelächter aus.

Hofmann und Klapproth benannt

Henning Hofmann (SPD) und Thomas Klapproth (CDU) rückten an Kramareks Seite. „Sie werden jetzt von zwei starken Männern unterstützt“, versprach CDU-Fraktionschef Jens Seidel.

Auf dem Stuhl, den Stefan Schostok durch Versetzung in den Ruhestand geräumt hat, nahm die Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette Platz. Kramarek bedankte sich bei ihr und den Dezernentenkollegen: „Da fehlen ganz merklich wichtige Leute. Sie alle müssen mehr leisten.“ Tegtmeyer-Dette hatte schon die gute Teamarbeit gelobt.

Antrag zur Kolonie nicht beraten

Die Harmonie beim Auftakt zog sich in der Sitzung hin. Große Einstimmigkeit bei vielen Beschlüssen – auch dem zum kommunalen Budget für die Kulturhauptstadt-Bewerbung. Ein Antrag, bei dessen Behandlung es hätte knistern können, wird noch mal beraten. Das Ende der Kleingartenkolonie Friedenau in Hainholz ist noch nicht besiegelt. Das Konzept sieht vor, dass in den nächsten Jahren stadtweit 813 Kleingärten neuen Wohnhäusern und Gewerbegebieten weichen.

Nach 25 Tagesordnungspunkten, einer Pause und langen Diskussionen haben sich die Kommunalpolitiker voneinander verabschiedet. Die einen, um beim Schützenfest-Pre-Opening gemeinsam Bier zu trinken, die anderen, um am Steintor die Architekten kennenzulernen, die Vorschläge für eine Bebauung machen.

Von Vera König