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Meine Stadt „Eine politische Dimension“
Hannover Meine Stadt „Eine politische Dimension“
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17:13 07.03.2019
LEITIDEE: Am Mittwoch haben das Kulturhauptstadtbüro und OB Stefan Schostok (Dritter von rechts) das offizielle Bewerbungsmotto vorgestellt und am Donnerstag bei der Ratspolitik für „Hier Jetzt Alle“ viel Lob erhalten. Quelle: Christian Behrens
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HANNOVER

“Hier Jetzt Alle. Für Europa“ – Hannovers am Mittwochabend vorgestellte Leitidee für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 hat im politischen Raum der Stadt mächtig Eindruck hinterlassen. Die Leitidee habe eine politische Dimension und untermauere den Anspruch der Stadt, eine Plattform zu bieten zu aktuellen Fragen zur Zukunft Europas, hieß es fraktionsübergreifend am Donnerstag.

„Genügend Potential für eine Debatte über Zukunft Europas

„Mit dem Kulturhauptstadt-Motto ‚Hier Jetzt Alle‘ hat sich Hannover klar für und in Europa positioniert“, so die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Christine Kastning: „Das ist in Zeiten der Europa-Skepsis ein wichtiges Signal an die Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus.“ Alle drei Wörter des präsentierten Mottos für die Kulturhauptstadt Hannover 2025 hätten genügend Potenzial für eine Debatte über die Zukunft Europas, ergänzte die kulturpolitische Sprecherin der Fraktion, Belgin Zaman: „Mit ‚Hier‘ wird klar, dass wir vor Ort über Europa sprechen wollen und müssen. ‚Jetzt‘ verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung um die Zukunft Europa begonnen hat.“ Mit dem Wort „Alle“ schließlich würde sowohl die Stadtgesellschaft als auch die Bevölkerung in Europa insgesamt angesprochen.

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Die beiden Ampelpartner Grüne und FDP teilen die Einschätzung der SPD, FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke sprach am Donnerstag davon, die drei Worte hätten eine politische Dimension sowie Europa eben auch politisch sei. „Hier Jetzt Alle“ habe sogar so viel Gewicht, dass man den Eindruck bekomme, Hannover bewerbe sich nicht um die Europäische Kulturhauptstadt, sondern „Hannover wird Kulturhauptstadt für Europa“. Grünen-Kulturpolitiker Daniel Gardemin sagte, es sei der richtige Wege eingeschlagen worden. „Jetzt brauchen wir Inhalte, aber die kommen ja im Juni.“ „Der Basar ist eröffnet. Es ist ein toller Entwurf, weil er auf Europa ausgerichtet ist.“

CDU will Bewerbungsprozess weiterhin unterstützen

Zustimmung ebenso bei der oppositionellen CDU: „Es ist eine gelungene Weiterentwicklung des Arbeitstitels ’Nachbarschaft’“, sagte Sebastian Marski, der stellvertretende Kultursprecher der CDU-Ratsfraktion. Was anfangs noch etwas eng formuliert daher gekommen sei, habe nun einen überzeugenden Inhalt bekommen, der die europäische Dimension der Bewerbung integriere und hinter dem sich die gesamte Stadt gut versammeln könne. „Wir haben wieder einmal ein hochmotiviertes und überzeugtes Team erlebt, das in den vergangenen Monaten engagiert gearbeitet hat“, so Marski weiter. „Es war eine gute Entscheidung, dass sich die Politik ab einem gewissen Zeitpunkt aus diesem Prozess herausgehalten hat, davon bin ich nun umso mehr überzeugt. Hier und Jetzt sind wir alle Kulturhauptstadtbewerber und gemeinsam können wir den Titel nach Hannover holen.“ „Auch wenn der Start etwas holprig und bewerbungsschädlich war, hoffen wir, dass es nun noch nicht zu spät ist“, ergänzte CDU-Vize-Fraktionschef Jens-Michael Emmelmann. Er betonte: „Die CDU wird den Bewerbungsprozess gemeinsam mit den anderen Fraktionen im Rat weiterhin unterstützen.“

Freundeskreis: „Hannover setzt ein Ausrufezeichen“

Der Freundeskreis Hannover begrüßt den Slogan ebenfalls. „Hannover geht mutig voran und setzt ein Ausrufezeichen. Mit dieser klaren Botschaft gewinnt die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 weiter an Format. Nun zeigt sich, wie wichtig das Vertrauen in das Gelingen ist“, sagte Freundeskreis-Vorsitzender Matthias Görn.

Mit ein bisschen Phantasie hat das „Hannover 2025“-Logo, das die hannoversche Markenagentur B & B entworfen hat, Ähnlichkeit mit einem TV-Testbild. Tatsächlich aber steht die Gestaltung für die Dimensionen Raum („Hier“), Zeit („Jetzt“) und Menschen („Alle“) – übertragen in sechsfarbige geografische Figuren. Die nennen sich in der Fachsprache Kuxel, eine Abkürzung für Kulturpixel.

„Die Kuxel sind so angeordnet, dass der Eindruck eines Baukastens entsteht, dessen Elemente sich verändern“, sagt B & B-Chef Uwe Berger. Es entstehe Neues, neue Formen. „Wie der Prozess der Bewerbung und die Teilhabe aller Beteiligen“, so Berger. Deshalb gebe es nicht nur ein Logo, sondern abgewandelte Formen mit neuen Anwendungsmöglichkeiten.

Sechs kräftige Farben hat B & B für die Elementen verwendet – Symbolik für die selbstbewusste Bewerbung, dass in Hannover die Agora Europas entstehe, also eine Art moderner Versammlungsplatz des Volkes nach griechischem Vorbild aus der Antike. Der fröhliche Farbmix sei Ausdruck dafür, dass Hannover diesen Anspruch bestimmend vortragen müsse.

Von Andreas Voigt