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Meine Stadt Hannovers Grüne stellen sich neu auf
Hannover Meine Stadt Hannovers Grüne stellen sich neu auf
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17:29 19.12.2018
Gisela Witte und Ludwig Hecke bei der Blumenübergabe.  Quelle: Kutter
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Hannover

Der Neue an der Spitze: Ludwig Hecke

1 Jahre alt, verheiratet, vier erwachsene Töchter – Ludwig Hecke ist neuer Chef der hannoverschen Grünen. Mit Gisela Witte bildet der ehemalige Staatssekretär der nordrhein-westfälischen Landesregierung die Doppelspitze.

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Hecke, in Hannover geboren und aufgewachsen, freut sich, dass die sieben Pendlerjahre zwischen Hannover und Düsseldorf vorbei sind. Im einstweiligen Ruhestand will er sich weiter um Themen kümmern, die ihm wichtig sind. „Einsatz gegen Kinderarmut und Wohnraummangel, für Bildungsgerechtigkeit“ benennt er das, was ihn treibt.

Die Mitgliederversammlung der Grünen hat Hecke mit 57 Ja-Stimmen gewählt. Gegen ihn war ein Mitglied, zwei enthielten sich. Vorgänger Richard Heise hatte sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt. 

„Ich bin zu alt, um noch mal Wahlbeamter zu werden“, sagt der Diplompädagoge über sich. Das schließt auch eine Spitzenkandidatur bei der Kommunalwahl 2021 aus. Dabei würde Hecke mit großer politischer Erfahrung punkten können. Außer den sieben Jahre als Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Kultusministerium listet seine Vita drei Jahre als Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung in Göttingen auf. Von 1991 bis 2007 war er Referent für Jugendhilfe im niedersächsischen Kultusministerium und Dezernatsleiter im niedersächsischen Landesjugendamt.

Die hannoverschen Grünen vermelden einen Rekordzuwachs von zwölf Prozent innerhalb eines Jahres. Der Stadtverband hat mehr als 900 Mitglieder, regionsweit sind es 1500 – ein Plus von 9,6 Prozent.

Grüne wollen Platz für Utopie und Experiment

Mit Mut zu Utopie und Experiment wollen die Grünen Hannover zur Kulturhauptstadt Europas machen. Dazu haben sie einstimmig einen vierseitigen Leitantrag zu grüner Kulturpolitik beschlossen. Hannover solle ein „dynamischer, hinterfragbarer Raum für Experimente, für Utopien, für Intervention und Improvisation, für widerständige, innovative, (ver-)störende Kunstformen“ werden, heißt es. 

„Kunst braucht Freiheit, und gute Kulturpolitik schafft Freiräume“, fasst Parteichefin Gisela Witte, die Zielrichtung zusammen. Politik und Verwaltung müssten Freiräume schaffen und Entwicklungen zulassen, deren Ergebnisse noch nicht geplant und nicht planbar sind.“

Der Antrag nennt drei mögliche „Leuchtturmprojekte“, die eine „kulturelle Werkstatt“ werden sollen: das Leibnizufer, das Ihme-Zentrum und das ehemalige Continentalwerk an der Wasserstadt Limmer. Damit Arbeitsbedingungen für Kulturschaffende besser werden soll das Kulturbüro der Stadt zu einer Schnittstelle zwischen Kulturszene und Verwaltung werden. Spielräume beispielsweise im Bau- und Ordnungsrecht müssten ausgereizt werden.

Die Kulturförderung wollen die Grünen nach den Leitbegriffen „Verlässlichkeit, Transparenz und Beteiligung“ reformieren. Förderungen sollen langfristiger und weniger projektgebunden sein.

Der Antrag ist das Ergebnis der gut sechsmonatigen Arbeit einer AG. Er wurde durch zahlreiche Änderungvorschläge modifiziert und am Ende einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen.

Vera König