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Meine Stadt Was sich eine 17-Jährige von Politikern wünscht
Hannover Meine Stadt Was sich eine 17-Jährige von Politikern wünscht
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20:19 09.05.2019
WEISS WAS SIE WILL:Ksenia Anishchenko ist erst 17 Jahre alt – und hat schon eine politische Mission. Quelle: Foto: Dröse
Hannover

Mitorganisatorin der Fridays-for-Future-Demonstrationen in Hannover, Mitglied bei der Grünen Jugend sowie im Jugendparlament Ronnenberg – und jetzt eine der 450 Auserwählten für die Jugend Politik Tage 2019. Ksenia Anishchenko (17) besucht erst die elfte Schulklasse. Doch ihr Alltag ist schon voll mit politischen Terminen.

Ksenia Anishchenko (links) geht auf viele Demonstrationen – hier ist sie auf einer Seebrücken-Demo. Quelle: privat

Anishchenko nimmt es gelassen und kommt wenige Stunden vor ihrer Abfahrt nach Berlin entspannt zum Gespräch mit der NP. „Ich freue mich einfach nur, ich werde auf den Jugend Politik Tagen bestimmt vieles dazu lernen“, so die Schülerin. „Außerdem gibt mir das Event die Möglichkeit, mal auf Bundesebene zu agieren.“

Im Einsatz für Umwelt und Nachhaltigkeit

Bei der Veranstaltung wird sie in der Arbeitsgruppe „Ernährung ist politisch“ agieren. Denn Ernährung, Umwelt und Nachhaltigkeit sind Anishchenkos politische Schwerpunkte. Was sie in Berlin unter anderem kritisieren will: Die Politik überlasse den Verbrauchern und Herstellern noch zu viel Eigenverantwortung im Umgang mit Lebensmitteln. „Es sollte nicht der Maßstab sein, ob Billigfleisch oder in Plastik eingeschweißte Gurken nachgefragt werden“, so die 17-Jährige. „Die Politik könnte es einfach verbieten und diese Entscheidung nicht am Konsum festmachen.“

Außerdem würden viele nicht auf Nachhaltigkeit achten, weil ihnen schlichtweg die Informationen fehlten. Deshalb setzt sich Anishchenko auch für Politisierung ein – und die müsse ihrer Meinung nach spätestens in der Jugend beginnen. „Wir können nur durchdachte Entscheidungen treffen, wenn wir die entsprechende Bildung zu wichtigen Themen bekommen.“

Deswegen kritisiert die Jugendliche auch das Schulsystem. „Was wir in der Schule lernen, motiviert uns nur wenig, politisch zu denken oder uns zu engagieren“, so die Schülerin. „Unser Schulsystem ist komplett veraltet.“

„Du wirst später mal Bundeskanzlerin“

Starke Botschaften für eine 17-Jährige – doch woher kommt das frühe politische Denken? „Ich bin erst vor zwei Jahren zur Politik gekommen und das eher zufällig“, so Anishchenko. Ihre Mutter hatte ihr den Tipp gegeben, ins Jugendparlament einzutreten, um bessere Chancen auf ein Stipendium zu bekommen. „Einmal in der Politik angekommen, sind mir immer mehr Themen aufgefallen, die mich stören und die ich gerne ändern würde.“

Denn engagiert gewesen sei sie schon immer: Ob als Klassensprecherin, in der Schülervertretung der Bismarckschule, Cheerleaderin oder als aufgeschlossenes Kind, dessen Eltern schon damals sagten: „Du wirst später mal Bundeskanzlerin.“

Das sind die Jugend Politik Tage

Heute geht es los: Die Jugend Politik Tage 2019 finden bis Sonntag in Berlin statt. Bundesjugendministerin Franziska Giffey wird die Veranstaltung eröffnen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranstaltet die Tage. Die Jugendpresse Deutschland ist Partner.

Ziel des Events ist, Jugendlichen eine Stimme zu geben sowie ihre Bedürfnisse und Meinungen zu sammeln. Die Jugendlichen treten dabei in einen Dialog mit der Politik, vertreten ihre Positionen und entwickeln Empfehlungen für die Jugendstrategie der Bundesregierung, deren Teil die Veranstaltung ist.

Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren konnten sich für die Veranstaltung bewerben, 450 davon wurden angenommen.

Von Josina Kelz

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