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Meine Stadt Hannover hat sein Schützenfest wieder lieb
Hannover Meine Stadt Hannover hat sein Schützenfest wieder lieb
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00:16 11.07.2018
GUTE BILANZ: Das 489. Schützenfest haben bis zum Abend rund 1,1 Millionen Menschen besucht und damit 100 000 mehr als 2017, bilanziert die Stadt. Quelle: Behrens
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Die neue Konzeption mit mehr Volksfestcharakter und dazu die beiden Wetterhochs „Ekkehard“ und „Falk“ mit Sommersonnenwetter haben es möglich gemacht: 1,1 Millionen Besucher wird das 489. Schützenfest bis Sonntagabend haben. Das sind 100.000 mehr als im vergangenen Jahr. Diese Zahlen hat die Stadt am Vormittag bekannt gegeben.

Und auch dies stellt die Veranstalter von Stadt und Schützen zufrieden: „Wir hatten ein grundsätzlich friedliches und ruhiges Schützenfest“, bilanzierte Polizeirätin Nurhan Brune. In vorläufigen Zahlen ausgedrückt: 46 Straftaten registrierte die Polizei – 95 waren es 2017. Ein Minus gab es auch bei den Körperverletzungen, hier lag die Zahl bei 20, neun weniger als im vergangenen Jahr. Der Rest seien Diebstähle und Sachbeschädigungen gewesen. „Wir hatten auch insgesamt weniger alkoholbedingte Straftaten“, so die Polizeirätin.

"2019 führen wir die Videoüberwachung weiter"

Die Gründe für den Rückgang der Straftaten seien vielschichtig. Zum einen läge dies vermutlich an der Polizeipräsens auf dem Platz im Allgemeinen, aber auch an der sehr guten Zusammenarbeit mit dem privaten Sicherheitsdienst, der die Taschen der Besucher kontrollierte, und der Stadt.

Das Schützenfest ist mitten im zweiten und finalen Wochenende. Wir haben die Impressionen vom letzten Sonnabend für Sie in einer Bildergalerie zusammengestellt.

Zum ersten Mal hatte die Polizei die Haupteingänge videoüberwacht – aus „Gründen der Gefahrenabwehr“, wie Polizeirätin Brune betonte. Dies sei ein Plus an Sicherheit gewesen. Einen Einsatz aus der Videoüberwachung habe sich nicht ergeben. „2019 führen wir die Videoüberwachung weiter, wenn uns die Datenschützer keinen Strich durch die Rechnung machen“, so die Beamtin.

In dieses gute Schützenfest-Fazit reiht sich ebenso die vorläufige Bilanz vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) ein. 42 Transporte habe man fahren müssen, fünf davon mit Notarztbegleitung, so das DRK. 371 Versorgungen habe es außerdem auf dem Platz gegeben, 460 seien es 2017 gewesen. Am Sonnabend musste das DRK sogar eine einsetzende Geburt versorgen – rechtzeitig konnte die werdende Mutter in die MHH gebracht werden, so ein Sprecher.

„So sonnig wie das Wetter, so ausgelassen war auch die Stimmung“, bilanzierte Oberbürgermeister Stefan Schostok. Das Schützenfest habe sich wieder zu einer angesagten Veranstaltung entwickelt. „Viele junge Leute waren auf dem Festplatz und zum ersten Mal überhaupt dabei.“ Dies hänge auch mit dem neuen Konzept zusammen, vor allem am Rundteil.

KÜSSCHEN: Eine Star Wars Parade am Sonnabend war Teil der Neukonzeption des Schützenfestes. Quelle: Christian Behrens

Dies bespielte in diesem Jahr zum ersten Mal die Gastroteam Hannover GbR unter Federführung von Eisermann’s Veranstaltungsgastronomie aus Celle und der Agentur Szene Events GmbH mit der Party-Reihe „Groove Garden“. „Tagsüber wurde der Biergarten gut angenommen, ab 23 Uhr kamen die jungen Leute auf den Platz. Und am zweiten Wochenende kam auch die Almhütte an“, sagte Christoph Eisermann. 2019 könne man sich vorstellen weiterzumachen und das Konzept auszubauen.

Das Schützenfest ist wieder da

Kevin Kratsch vom Schaustellerverband Niedersachsen sagte, die Schausteller seien sehr zufrieden mit dem neuen Konzept: „Wir hatten die Stadtgesellschaft und die Hannoveraner auf dem Platz. Moderne und Tradition passen zusammen. Beides ist auch notwendig für ein Fest dieser Art.“ Das Schützenfest Hannover sei wieder da – „mit Karacho“.

Schützenpräsident Paul-Eric Stolle sagte, er könne sich nicht daran erinnern, wann in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Schützenfest kein einziger Regentropfen gefallen sei: “Das war ein tolles Fest.“ Ein Höhepunkt für ihn sei der Besuch der 1800 Schützen am vergangenen Freitag gewesen: „Ein unvergleichliches Bild, als diese Schützen auf dem Festplatz einmarschierten.“

Ralf Sonnenberg, als städtischer Eventmanager quasi hauptverantwortlich für die Neuausrichtung des Schützenfeste, bilanzierte außerdem: „Wir haben Familien, Kinder, Partypeople und Schützen angesprochen, ohne dass das Schützenfest dadurch auseinandergebrochen ist. Alle sind sie gleich wichtig. Das haben wir geschafft rüberzubringen.“

AKTION: Die vier Bruchmeister David Rosenbauer (von links), Julian Rödiger, Sascha Heering und Tim Küker. haben an Maike Rast (Dritte von links) und Carmen Wächter (daneben, beide Bult) einen Scheck in Höhe von 7400 Euro an das Aegidiusahsu übergeben. Foto: Kutter

Eine gute Tat gab es von den Veranstaltern auch noch zu vermelden: Die Sammlung der vier Bruchmeister während der vergangenen zehn Tage ergab eine Summe von 7400 Euro. Das Geld geht an das Aegidiushaus vom Kinder-und Jugendkrankenhaus auf der Bult und wurde am Vormittag symbolisch übergeben.

Von Andreas Voigt