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Meine Stadt Hannover: Kongress diskutiert Zukunft des Integrationsplans
Hannover Meine Stadt Hannover: Kongress diskutiert Zukunft des Integrationsplans
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15:50 11.06.2019
WERBEN FÜR DEN ZUKUNFTSKONGRESS: Luna Jurado und Hans-Michael Krüger (Faust) mit Monika Singh (Kargah), Wolfgang Becker (MiSO) und Bettina Doering, Bereichsleiterin Migration und Integration der Stadt Hannover. Quelle: Andreas Krasselt
Hannover

Vor zehn Jahren wurde der Lokale Integrationsplan auf Initiative des damaligen OBs Stephan Weil aus der Taufe gehoben. Eingebunden waren seinerzeit sämtliche städtischen Fachbereiche, alle zwei Jahre sollte eine Art Controlling die Erfolge überprüfen. Das aber fand offenbar nur zweimal statt. Nach dem Amtsantritt von Stephan Schostok wurde das Thema fest im Fachbereich Soziales verankert – und fing offenbar an, in den Schubladen Staub anzusetzen.

Nun will die Stadt dem Vorhaben neues Leben einhauchen. In einem eintägigen Zukunftskongress am kommenden Sonnabend im Kulturzentrums Faust in Linden-Nord sollen die Erfahrungen diskutiert und ein Leitfaden für künftiges Handeln entwickelt werden. Veranstaltet wird der Kongress von Faust, dem interkulturellen Verein Kargah und dem MiSO-Netzwerk von Migrantenselbstorganisationen, aus deren Perspektive die Problematik beleuchtet werden solle, wie Monika Singh (Kargah) am Dienstag bei der Vorstellung des Programms erklärte.

Kein totes Papier

Auch die Stadt ist eingebunden. Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf wird nicht nur ein Grußwort verlesen, sondern auch in einer anschließenden Podiumsdiskussion Stellung beziehen. „Der Integrationsplan ist mit Sicherheit kein totes Papier“, erklärte Bettina Doering, Bereichsleiterin Migration und Integration. Er habe viele Projekte ermöglicht. „Wir wünschen uns einen offenen Dialog. Aber es gibt Schwierigkeiten, bestimmte Gruppen anzusprechen, die noch nicht organisiert sind“, räumte sie ein. Es stelle sich die Frage, wie man an die Lebenswirklichkeit der Menschen herankomme. „Es gibt eine hohe Motivation, aber vielleicht noch nicht die richtige Strategie.“

Teilhabe ein zahnloser Tiger

Hemmschuh für mehr Teilhabe war in der Vergangenheit auch, dass sich die Einbindung von Migranten in Entscheidungsprozesse eher als zahnloser Tiger entpuppte. „Die Integrationsbeiräte haben kaum Entscheidungsmöglichkeiten“, kritisierte Singh. Alles, was über die Verteilung kleiner Mittel für irgendwelche Projekte hinausgehe, werde von den Bezirksräten entschieden. „Da muss mehr Drive rein“, forderte sie. Generell seien zu wenig Migranten in den politischen Gremien vertreten.

Mit der aktuellen Flüchtlingsbewegung seien weitere Probleme aufgetreten, die von dem alten Integrationsplan noch gar nicht erfasst werden konnten. So gebe es Lücken bei den Deutschkursen, Probleme mit der Anerkennung von Zeugnissen, generell zu wenig Informationen. Für die jugendlichen Auszubildenden sei mitunter die Fachsprache zu schwierig. Die Unterbringung in den Flüchtlingsunterkünften dauere zu lange, es mangele an Privatsphäre.

Integrationsplan zu wenig bekannt

Das Netzwerk MiSO hatte im Vorfeld Fragebögen verschickt, von denen nur wenige beantwortet zurückkamen. Dabei habe sich jedoch gezeigt, dass mehr als ein Drittel der Betroffenen über die Inhalte des Integrationsplans gar nicht wüsste. „Das ist ziemlich traurig“, so Netzwerksprecher Wolfgang Becker. Es gehe also bei dem Kongress auch um die Frage, wie man das Thema an die Leute bringen könne, ergänzte Monika Singh. „Es gibt ein starkes Interesse sich einzubringen“, betonte Becker.

Wie das gelingen kann, soll auf dem Zukunftskongress in Workshops und Diskussionsrunden erarbeitet werden. Die Veranstaltung in der Faust-Warenannahme beginnt um 10 Uhr und endet gegen 18 Uhr. Anmeldungen unter lip@kulturzentrum-faust.de.

Von Andreas Krasselt

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