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Meine Stadt Plastik im Meer: Zoo Hannover zeigt Ausstellung
Hannover Meine Stadt Plastik im Meer: Zoo Hannover zeigt Ausstellung
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14:57 07.06.2019
GEFÄHRLICHER MÜLL: Zoochef Andreas Casdorff, Artenschutzreferentin Kathrin Röper und Prof. Torsten Schlurmann (von links) präsentieren die Ausstellung mit geballter Informationen für Jung und Alt. So schwimmt nur der geringste Teil des Plastikmülls auf der Oberfläche der Meere. Eine Grafik zeigt die mutmaßliche Verteilung des Rests, berechnet nach der jeweiligen Dichte (kleines Bild). Quelle: Fotos: Wilde
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Eine kleine Bildergeschichte beschreibt kindgerecht das Problem: Mia feiert ihren zehnten Geburtstag im Zoo. Dabei fliegt ihr die Folie vom Pausenbrot weg. Eine Krähe schnappt sich die Folie und lässt sie wieder fallen. So gelangt sie in einen Fluss und schließlich ins Meer, wo sie von einer Schildkröte gefressen wird. Und während Mia ihren 13. Geburtstag feiert, verendet die Schildkröte an dem Plastik in ihrem Magen. Der Kadaver verwest, so gelangt die Folie wieder ins Meer. Noch nach 50 Jahren, wenn Mia längst ihre Enkel auf den Knien wiegt, treiben Teile davon im Wasser.

So schwer wie zwei Milliarden Elefanten

Die zunehmende Vermüllung der Weltmeere mit Plastik ist rückt immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit – aber auch in jenes der Forschung. Der Zoo Hannover will mit einer neuen Dauerausstellung dazu beitragen. „Das ist ein Thema, das uns lange bewegt“, so Zoochef Andreas Casdorff. „Was passiert eigentlich mit dem Kunststoff?“ Seit Anfang der Produktion seien etwa 8,3 Millionen Tonnen entstanden. „Das entspricht der Masse von zwei Milliarden Elefanten“, rechnet Casdorff vor.

„Meer Müll“ heißt doppeldeutig die am Sonnabend zum Tag des Meeres eröffnende Ausstellung im Bauch der Yukon Queen. Im Lagerraum eines Schiffes ist es natürlich eng. Daher drängen sich die sieben Stationen auch auf begrenztem Raum, bieten dafür aber eine Fülle von Informationen. Abzurufen oft per Knopfdruck oder über eine Drehscheibe – spielerische Elemente, die den Lerneffekt verstärken sollen.

Auf dem neuesten Stand der Forschung

Doch die Schau hat nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen viel zu bieten. „In der Forschung gibt es wöchentlich neue Erkenntnisse“, betont Prof. Torsten Schlurmann von der Leibniz-Uni, der die Ausstellung wissenschaftlich begleitet. Daher werden sich die Exponate auch immer wieder mal verändern und neuen Erkenntnissen Raum geben.

Grafik Plastik Meer 190607 Quelle: Statista

Am Einstieg hängt ein Fischernetz gefüllt mit Müll, den die Artenschutzreferentin des Zoos, Kathrin Röper, selbst am Strand von Wangerooge gesammelt hat. Doch schlimmer als der Strandmüll ist der Müll im Wasser. Nur ein Prozent davon schwimmt an der Oberfläche. „Die Frage, wo der Rest geblieben ist, ist die große Herausforderung“, so Forscher Schlurmann.

Am Ende der Nahrungskette isst der Mensch

Der Müll landet nicht nur im Magen von Fischen und Meeressäugern. Mikroplastik kommt über die Nahrungskette letztlich auch beim Menschen an. „Wir wollen mit der Ausstellung zum Nachdenken anregen“, sagt Casdorff, „man soll etwas mit nach Hause nehmen.“ Ob man vielleicht selbst einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten kann.

Von Andreas Krasselt

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