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Meine Stadt Ausschuss billigt Bilanz trotz des Millionenverlusts
Hannover Meine Stadt Ausschuss billigt Bilanz trotz des Millionenverlusts
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17:50 20.06.2019
Die drei Tigerbabys ziehen als neue Sensation viele Besucher in den Zoo. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Der Jahresabschluss des Zoos ist gebilligt – trotz des Bilanzverlusts von 2,3 Millionen Euro. Das hat der Regionsausschuss für Naherholung am Donnerstag beschlossen.

Das Defizit kam nicht überraschend und ist auch geringer ausgefallen, als noch Ende vergangenen Jahres befürchtet. Damals war man sogar von drei Millionen Euro ausgegangen. Dennoch wurde in der Ausschusssitzung deutlich: Dass der Zoo kostendeckend arbeiten könnte, bleibt auf unabsehbare Zeit eine Utopie. „Der Zoo ist zwar wirtschaftlich zu betreiben, nicht aber renditeorientiert“, erklärte die Prokuristin des Tierparks, Jeannine Fröhlich-Waschkau.

Immerhin habe der Zoo 86 Prozent seiner Kosten durch eigene Einnahmen erwirtschaften können. „Damit sind wir im Vergleich mit anderen Zoos extrem gut unterwegs“, so Waschkau. Das Defizit anderer Zoos betrage im Durchschnitt etwa 3,4 Millionen Euro, auch da sehe der Zoo Hannover im Vergleich gut aus.

Tariferhöhungen und Abschreibungen

Ursache des Verlusts seien unter anderem Tariferhöhungen und erhöhte Abschreibungen. Mit 252.000 Euro trägt auch die Zoo Service GmbH zu den Miesen bei, vor allem durch das Gasthaus Meyer, den Winterzoo und das Panorama. Der dickste Brocken dabei sei Meyers Hof, so Zoosprecherin Simone Hagenmeyer. Doch auch das Panorama hat bislang nicht die hohen Erwartungen erfüllen können, nicht nur in Bezug auf die Besucherzahlen. Noch immer muss der Zoo für die dort erhaltenen Einnahmen den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent statt des auf sieben Prozent ermäßigten Satzes für kulturelle Sehenswürdigkeiten abführen.

Dennoch sind die Zahlen nicht nur negativ. Immerhin sind die Umsatzerlöse aus dem Ticketverkauf gegenüber 2017 um 509.000 Euro (3,02 Prozent) gestiegen, was vor allem den Tageskarten geschuldet ist. Davon konnte der Zoo im vergangenen Jahr 506.131 verkaufen (2017: 477.708). Der Absatz der Jahreskarten ging leicht von 97.565 auf 96.259 zurück.

Linke fordern erneut Billig-Ticket

Kritik kam von den Linken: Michael Fleischmann wunderte sich, dass der Zoo Hannover immer wieder Verluste mache, wohingegen etwa der Tierpark Hagenbeck in Hamburg schwarze Zahlen schreibe. Er forderte auch erneut die Einführung eines Billig-Tickets für sozial Schwache. Woraufhin ihn der Ausschussvorsitzende Jürgen Buchholz (SPD) allerdings ermahnte, es ginge jetzt um die Bilanz und nicht um die Eintrittspreise.

Während Julian Klippert (Gruppe Region) forderte: „Wir brauchen dringend ein paar Veränderungen, so geht das nicht weiter“, wünschte sich Fabian Peters (Grüne), künftig „vorsichtig auf die nächste Überraschung“ vorbereitet zu werden.

Neues Konzept angekündigt

Konsequenzen werde es geben, kündigte Rudolf Alker (SPD) an, der auch im Aufsichtsrat des Zoos sitzt. Da eine hundertprozentige Kostendeckung nicht möglich sei, sei der Zoo gerade dabei, aus realistischen Zahlen ein Konzept zu entwickeln, mit dem die Zuschussfrage für die nächsten Jahren entsprechend geklärt werden könne. Also ohne Überraschungen. Das aktuelle Defizit wird erneut aus der Kapitalrücklage beglichen.

Lesen Sie hier die vorhergehenden Berichte:

Von Andreas Krasselt

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