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Meine Stadt Psychiater rastet regelmäßig aus – Verfahren wieder eingestellt
Hannover Meine Stadt Psychiater rastet regelmäßig aus – Verfahren wieder eingestellt
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16:41 13.06.2019
HANNOVER

Als forensischer Psychiater beschäftigt sich der Therapeut (40) aus Hannover mit den Abgründen der menschlichen Seele. Vielleicht sollte er mal die eigenen Abgründe erkunden. Am Donnerstag beschäftigte er zum wiederholten Male das Amtsgericht Hannover. Das Verfahren wegen übler Nachrede wurde gegen eine Geldauflage in Höhe von 5000 Euro eingestellt.

Nachbar fühlt sich verfolgt

Die Opfer des Psychiaters können das nicht verstehen. „Ich verliere langsam den Glauben an den Rechtsstaat“, sagt ein Betroffener (45). Er ist ein Nachbar des Mediziners. Und fühlt sich von dem Therapeuten permanent verfolgt, provoziert und beobachtet. Im November 2018 schrieb der Mediziner, der auch als Sachverständiger vor Gericht auftritt: „Herr ... versuchte ja auch zuletzt wieder, seine vermeintliche Manneskraft nach levantischer Art durch Ausspucken zu demonstrieren.“ Weiter schreibt der Therapeut vom „geisteskranken Blick“ seines Nachbarn. Welches Menschenbild der Arzt hat, kommt im folgenden Satz zum Ausdruck: „Mit Herrn ... habe ich mich nie abgegeben, (...), der Mann ist Bauleiter! Ich bin promovierter Arzt, stellen Sie sich das mal vor.“

Streit um Parkplatz

Der Nachbar ist kein Bauleiter, sondern Produkt-Designer. Aber das nur am Rande. Das Ganze fing um Oktober 2015 in der List mit einem Streit um einen Parkplatz an. Der Arzt blockierte die Parkfläche als sein Nachbar rückwärts einparken wollte. Im darauffolgenden Streit fuhr der Therapeut seinem Kontrahenten über den Fuß, der versetzte ihm einen Faustschlag. Das Verfahren gegen Beide wurde eingestellt, der Arzt musste aber eine Geldauflage von 3000 Euro zahlen. Am Donnerstag wurde das fünfte Verfahren gegen den Arzt eingestellt. In drei Fällen ging es um Streitereien mit dem Nachbarn.

Den Anwalt des Produktdesigners überzieht der Therapeut mittlerweile auch mit üblen Behauptungen. Gegenstand des Verfahrens am Donnerstag war auch ein Schreiben an die Rechtsanwaltskammer in Celle. Dort behauptet der Arzt, dass der Anwalt seine Stellung missbrauche, um den Lebensbereich des Therapeuten auszuforschen. Außerdem sei er in geschlossenen Ortschaften in „Höchstgeschwindigkeiten“ unterwegs.

Anzeige bei der Anwaltskammer

Für den Anwalt sind solche Verfahren vor der Anwaltskammer ärgerlich, weil sie viel Zeit in Anspruch nehmen. „Selbstverständlich ist nichts dabei herausgekommen“, sagt der Jurist. Für seinen Mandanten geht das Ganze viel mehr an die Substanz. „Es geht um meine Existenz“, sagt er. Denn der Arzt kontaktiere seinen Arbeitgeber und schreibe, was für ein schlimmer Mensch er sei.

Für den Anwalt ist unverständlich, dass Amtsrichter Olaf Wöltje das Verfahren gegen den Arzt wieder eingestellt hat. Hat der Doktor einen Akademiker-Bonus? Erst kürzlich habe derselbe Richter einen vorbestraften Angeklagten wegen Beleidigung von Polizisten für vier Monate ins Gefängnis gesteckt, erzählt der Rechtsanwalt.

Von Thomas Nagel

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