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Meine Stadt Urteil: Wallach „Charco“ ist ein Hengst
Hannover Meine Stadt Urteil: Wallach „Charco“ ist ein Hengst
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17:01 12.06.2019
Gerichtsort TiHo: Wallach„Charco“ wird ein rossigen Stute vorgeführt, um zu sehen, ob er noch ein Hengst ist. Quelle: Dröse
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HANNOVER

Der tierische Rechtsstreit im Amtsgericht Hannover endet mit einem Vergleich. Amtsrichterin Catharina Erps hat jetzt festgestellt, dass Pferd „Charco“ ein „mangelhafter Wallach“ sei. Aus diesem Grund einigten sich Käufer und Verkäufer darauf, den Kaufpreis (3000 Euro) für den Spanier um 800 Euro zu senken.

„Der Klägerin ist das Tier so ans Herz gewachsen, dass sie es nicht mehr zurückgeben will“, erklärte die Richterin den Vergleich. Die Verkäuferin muss hingegen Gerichts-, Anwalts- und Gutachterkosten tragen. Eine Summe, die im vierstelligen Bereich liegt.

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„Charco“ wurde erst mit acht Jahren kastriert

2016 kaufte Kathrin Grimm „Charco“. Der Hengst war erst im Alter von acht Jahren kastriert worden. „Wenn ich an einer Weide mit anderen Pferden vorbeireite, regt er sich tierisch auf“, erzählte sie während des Lokaltermins in der Tierärztlichen Hochschule (TiHo). Besonders bei Stuten kam das Pferd in Wallung. Eigentlich wollte sie den Kauf rückgängig machen.

Da beide Parteien im April 2018 einen Vergleich ablehnten, musste TiHo-Professor Harald Sieme ran. Er führte „Charco“ Ende Februar 2019 drei rossige (paarungsbereite) Stuten vor. Der Wallach zeigte eindeutiges Hengstverhalten. Bei der folgenden transrektalen Ultraschall-Untersuchung fand der Professor auffälliges Gewebe. Es handelte sich um restliches Hodengewebe. Also ist „Charco“ im Juristen-Deutsch ein „mangelhafter Wallach“.

Von Thomas Nagel

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