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Meine Stadt Hannover: Verpasst Wasserstadt den Anschluss?
Hannover Meine Stadt Hannover: Verpasst Wasserstadt den Anschluss?
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15:58 16.01.2014
Am Kanal sollen möglichst die alten Gebäude erhalten und umgebaut werden. Das Luftbildzeigt die gigantischen Ausmaßedes Geländes. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Welche Folgen hätten bis zu 2200 neue Wohnungen für 5000 Menschen auf dem alten Conti-Gelände in Limmer? Bezirksbürgermeister Rainer Grube (Grüne) stellt gleich eine Reihe von Fragen und fordert: „Fernwärmeanschluss, Buslinie direkt auf das Gelände und Stadtbahnanschluss: Das ist früher alles wegen einer zu geringen Anzahl an Wohneinheiten in der Wasserstadt abgelehnt worden und müsste nun neu diskutiert werden.“

Für die Bus- und Bahnanbindung des neuen Viertels ist die Region Hannover zuständig. Sprecherin Christina Kreutz blockt ab. Der Zuzug würde nur zu einer „leichten Erhöhung“ der Fahrgastzahlen der Stadtbahnlinie 10 und der Regio-Bus-Linie 700 führen: „Nach erster Einschätzung würde die genannte Steigerung aber nicht dazu führen, dass die Kapazitäten der betroffenen Linien deshalb ausgeweitet oder der Takt verdichtet werden müssten.“ Noch im - gültigen - Nahverkehrsplan aus dem Jahr 2008 erwähnt die Region einen anderen Aspekt: Die Wirtschaftlichkeit eines Bahnabzweigs zur Wasserstadt müsse untersucht werden. Denn noch fahre der 700er Bus auf derselben Strecke wie die Linie 10 in die City. Ein „Parallelverkehr“, der „ab Limmer hohe Kosten verursacht“. Das ist derzeit bei der Behörde offenbar kein Thema. Kreutz: „Auf die aktuellen Planungen zur Stadtbahnlinie 10 haben diese Überlegungen keinen Einfluss.“

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Jens Pielawa von der Initiative Pro-D-Tunnel stichelt dagegen: „Bei der aktuellen Fehlplanung können gar nicht mehr Bahnen auf der Linie 10 fahren.“ Das habe die Üstra mit der zu kleinen Wendeanlage am Raschplatz begründet.

Bei der Opposition im Rat sorgt die dichtere Bebauung der Wasserstadt übrigens für Skepsis. „Das Ihme-Zentrum sollte eine Mahnung sein“, sagt Felix Blaschzyk (CDU). Er warnt davor, „jetzt alles zuzubetonieren“. Dies könne zu „einer Ghettoisierung“ führen. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke hat Bedenken. „Die Wasserstadt ist prädestiniert für höherwertigeren Einfamilienhausbau. Limmer ist total überaltert und braucht junge Familien“, so Engelke. Linken-Fraktionschef Oliver Förste ist zwar „ganz eindeutig für eine dichtere Bebauung mit Geschosswohnungsbau“, die vorgesehenen acht Geschosse hält er jedoch für problematisch. „Das wäre nicht mehr sozialverträglich“, fürchtet er.

Von Christian Bohnenkamp und Dirk Altwig