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Meine Stadt Nach Freispruch: Vater erneut wegen Vergewaltigung vor Gericht
Hannover Meine Stadt Nach Freispruch: Vater erneut wegen Vergewaltigung vor Gericht
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16:29 19.06.2019
PROZESSBEGINN: Abdülkardir S. muss sich wegen Vergewaltigung seiner Tochter verantworten. Seine Anwälte, Christoph Rautenstengel (links) und Andreas Hüttl, sind von seiner Unschuld überzeugt. Foto: Quelle: Dröse
HANNOVER

Abdülkardir S. (47) sitzt nicht in Untersuchungshaft. Ungewöhnlich. Denn er soll seine Tochter (damals 15) 2012 das erste Mal vergewaltigt haben. Am Mittwoch begann der Prozess vor der Ersten Großen Strafkammer. In der Anklage ist von drei weiteren Vergewaltigungen die Rede. Zwei Fälle sollen sich in der Türkei 2014 zugetragen haben.

Nach der Anklageverlesung war zunächst Schluss. Die Fälle liegen lange zurück. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft. Und seine Tochter hat sich zum Sohn umoperieren lassen.

Tochter hat das Geschlecht gewechselt

Hängt das mit den vermeintlichen Vergewaltigungen zusammen? Darauf gab es am Mittwoch keine Antwort. Denn auf Antrag von Anwalt Andreas Hüttl wurde die Verhandlung unterbrochen. Er wolle überprüfen, ob die Kammer rechtmäßig besetzt sei. Kurzfristig musste eine neue Schöffin nominiert werden.

Und Opfer-Anwalt Mustafa Akbulut stellte den Antrag, dass der Sohn und seine Mutter keine Angaben über ihre neue Identität und den Wohnort vor Gericht machen müssen. „Es handelt sich um besonders gefährdete Personen“, lautete seine Begründung.

Mittlerweile leben Sohn und Mutter in Nordrhein-Westfalen. Die Frau des Angeklagten hat sich scheiden lassen. Das Landeskriminalamt Niedersachsen prüfte 2016, ob beide in den Zeugenschutz aufgenommen werden sollten. Durch den Umzug nach Nordrhein-Westfalen erübrigte sich eine Entscheidung. Dennoch ging die Polizei von einer „abstrakten Gefährdungslage“ aus. Denn Verwandte des Angeklagten in Duisburg erkundigten sich über den Aufenthaltsort von Sohn und Mutter – vergeblich.

Freispruch in der Türkei

Richter Stefan Lücke ordnete an, dass die beiden Zeugen am Freitag in Begleitung der Polizei das Landgericht durch einen Nebeneingang betreten dürfen. Nach der Aussage werden sie wieder von Beamter heraus begleitet.

Und der Fall ist noch in einem anderen Punkt ungewöhnlich. „Es hat in der Sache bereits 2016 einen Prozess in der Türkei gegeben“, sagt Anwalt Christoph Rautenstengel. Er habe mit einem Freispruch geendet. Erst danach erfolgte der Strafantrag des Sohnes in Deutschland.

Weil dieser Fall so verwickelt ist, wurde eine Glaubwürdigkeitsgutachterin eingeschaltet. Sie hält zumindest die vier Tatvorwürfe für „wahrscheinlich erlebnisorientiert“. Das mutmaßliche Opfer sagt am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Von Thomas Nagel

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