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Meine Stadt Üstra kauft 48 Elektrobusse für Innenstadtlinien
Hannover Meine Stadt Üstra kauft 48 Elektrobusse für Innenstadtlinien
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00:19 27.01.2019
Große Ziele: Regionspräsident Hauke Jagau (von links), Üstra-Chef Volkhardt Klöppner, Denise Hain (Üstra-Vorstand für Betrieb und Personal) und Aufsichtsratschef Ulf-Birger Franz bei der Vorstellung der E-Bus-Pläne. Quelle: Behrens
Hannover

Die Üstra drückt aufs Tempo in Sachen Elektromobilität. Geht alles glatt, könnten schon Ende 2021 alle Innenstadtlinien auf die neue Technik umgerüstet sein. Offiziell hat das Unternehmen Anfang 2023 als Zielmarke ausgegeben. Knapp 53 Millionen Euro kostet das Projekt, für das 48 neue Busse angeschafft werden müssen. Die Ausschreibung läuft bereits.

Ein großer Teil des Geldes kommt vom Bundesumweltministerium. Die Üstra hat sich fast 23 Millionen Euro aus einem 96 Millionen Euro schweren Fördertopf gesichert – und damit rund ein Viertel der Summe, die der Bund für Elektrobusse zur Verfügung stellt. Das Unternehmen macht das sichtlich stolz. „Wir waren gut vorbereitet und haben ein überzeugendes Konzept vorgelegt“, verkündete Vorstandschef Volkhardt Klöppner am Donnerstag bei der Vorstellung des Projektes.

Ehrgeiziger Plan: So will die Üstra in den nächsten Jahren ihre Innenstadtlinien auf Elektromobilität umrüsten. Quelle: Üstra

Weitere 3,3 Millionen Euro gibt die Landesnahverkehrsgesellschaft. Die Region wird 26 Millionen Euro aufbringen müssen. „Sehr gut angelegtes Geld“ sieht Regionspräsident Hauke Jagau darin. Ein „strammer Plan“ sei das, was sich die Üstra vorgenommen hat. Jagau verspricht sich davon, dass es „leiser und sauberer wird“ in Hannover.

Drei Elektrobusse sind bei der Üstra bereits im Einsatz, auf den Linien 100 und 200. Diese sollen bis Mitte 2020 auch zuerst komplett umgerüstet werden. Danach folgen die Linien 121, 128, 134 und 120. An den Haltestationen Haltenhoffstraße, Nordring, Ahlem, Aegidientorplatz, Altenbekener Damm und Peiner Straße werden neue Schnellladestationen errichtet. Am August-Holweg-Platz gibt es schon eine. Sie soll ausgebaut werden. Das dichte Netz an Ladestationen macht es möglich, dass die Üstra ihre Linien wie bisher aufrecht erhalten kann und diese nicht extra für die Elektromobilität neu organisiert werden müssen.

Üstra-Fahrer müssen speziell geschult werden

Die langsamere Grundladung erfolgt über Nacht auf den Betriebshöfen. Die in Mittelfeld und Vahrenwald müssen dazu ebenfalls mit neuer Technik ausgerüstet werden. Allein der Aufbau der Ladeinfrastruktur kostet 14,7 Millionen Euro.

Außerdem müssen die Fahrer neu geschult werden. Das Anfahren mit einem Elektrobus sei „deutlich anders“ als mit einem diesel-betriebenen Fahrzeug, erklärte Üstra-Chef Klöppner. Außerdem spielten beim Fahren „auch Energieeffizienzfragen“ eine Rolle. Vor allem im Winter. Denn dann ist der Energieverbrauch vor allem wegen der Heizung bis zu zweieinhalb mal so groß wie im Sommer. Die Zwischenladung soll aber jeweils ausreichen, um die Batterien der Fahrzeuge wieder ausreichend aufzufüllen. Auch für Staus und andere Störungen soll genügend Puffer eingeplant sein.

Schnellladung: Binnen sieben Minuten sollen die Batterien der Busse ausreichend für die nächste Tour aufgeladen werden. Sechs neue Stationen – wie hier am August-Holweg-Platz – müssen dazu gebaut werden. Quelle: Behrens

Von der Umrüstung auf elektrischen Antrieb auf sämtlichen Innenstadtlinien verspricht sich die Üstra eine Einsparung von 3813 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr. Für Ulf-Birger Franz, Aufsichtsratschef des Unternehmens und Verkehrsdezernent bei der Region, steht deshalb fest: „Strom ist die zurzeit effizienteste, ökologisch beste und oft sogar wirtschaftlichste Antriebsenergie für Fahrzeuge“.

Als mögliche Hersteller der Busse kommen die polnische Firma Solaris, das niederländische Unternehmen VDL und die Daimler-Tochter Evobus in Frage. Die Üstra geht davon aus, dass vier Unternehmen Angebote abgeben werden.

Von Christian Bohnenkamp