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Meine Stadt Hannover: Tausende demonstrieren gegen Klimakrise
Hannover Meine Stadt Hannover: Tausende demonstrieren gegen Klimakrise
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16:37 24.05.2019
MASSENPROTEST: Die Teilnehmer der Klimademo passten fast gar nicht alle auf den Steintorplatz, auf dem die Zwischenkundgebung stattfand. Die Veranstalter zählten 12 000 Demonstranten, die Polizei immerhin auch noch rund 7000. Quelle: Fotos: Schaarschmidt
Hannover

Es geht um ihre Zukunft. In den kommenden Jahren werden entscheidende Weichen im Kampf gegen den Klimawandel gestellt – oder eben auch nicht. „Was jetzt entschieden wird, müssen wir ausbaden“, sagt Lou Töllner, Organisatorin von Fridays-for-Future Hannover. Die Schülerin ist 17 und darf noch nicht wählen. „Wir sind in die Entscheidungen nicht eingebunden, die uns und die noch Jüngeren betreffen. Das ist total unfair.“

Die Wut der Jugendlichen und Kinder ist nachvollziehbar. Europaweit sind sie an diesem Tag auf die Straße gegangen, in mehr als 1000 Städten, wie die Organisatoren verkünden. In Hannover zählen sie 12 000, die Polizei nur etwas mehr als die Hälfte: rund 7000. Aber auch das ist eine beeindruckende Zahl. Zwei Tage vor der Europawahl wollen sie den Klimaschutz zum zentralen Wahlthema machen. „Europawahl ist Klimawahl“, lautet das Motto des Protests.

Ob nun 7000, wie die Polizei zählt, oder 12 000, wie die Veranstalter zählen – es waren Massen, die am Freitag in Hannover auf die Straße gingen. Motto: Europawahl ist Klimawahl.

Auch „Parents for Future“ aktiv

Die streikenden Schüler sind dabei nicht mehr alleine. Längst haben sich Erwachsene zwischen sie gemischt – und sind als „Parents for Future“ auch selbst aktiv geworden. Mittlerweile gibt es auch „Students for Future“ und sogar „Psychologists for Future“ waren am Rande zu sehen. Angetreten, um die Welt vorm Irrsinn zu retten? Die Bewegung greift offenbar um sich.

Die Uhr tickt

Die Uhr tickt, wie Maxim Matthias, Hauptredner bei der Auftaktkundgebung am bis zum Rand gefüllten Opernplatz nicht nur sagte. Er ließ den Chor der Masse auch eine Minute lang tick-tack rufen. „Jede Minute landet ein Müllwagen voll Plastik im Meer“, sagt er. „Jede Minute werden 60 000 Tonnen CO2 freigesetzt.“

Alle müssten nun den Ernst der Lage verstehen, mahnt er an. Und als er skandiert: „Genau jetzt ist die Zeit gekommen, um zu handeln“ applaudiert die Menge frenetisch. Es geht um die Klimawahl am Sonntag, für Maxim eine „Schicksalswahl. Überredet Eure Eltern, am Sonntag für eine Partei zu stimmen, die was für das Klima tut“, ruft er.

Ausgelassene Stimmung

Die Stimmung ist ausgelassen, auch am Rande. Die meisten Passanten lächeln freundlich, wenn sie die Demonstranten sehen oder auch ein Flugblatt in die Hand gedrückt bekommen. Es dauert mehr als zehn Minuten, bis der Zug komplett an einem vorbei ist. Der Steintor, an dem eine Zwischenkundgebung stattfindet, ist fast zu klein für diese Menge. Immer wieder fordern Ordnerinnen und Ordner per Megafon auf, nach links durchzugehen, da ständig weitere Teilnehmer nachdrängen.

Die Organisatoren sind glücklich. Ausgelassen tanzen sie auf der Empore, dem Aufgang zur Straßenebene, die Menge macht mit. „Mit so vielen Teilnehmern hatten wir nicht gerechnet“, freut sich Lou Töllner. 4000 waren angemeldet. „Die Wissenschaft steht hinter uns“, ruft die Schillerschülerin. „Was fehlt, ist eine Politik, die handelt.“ Noch keine Generation vor der ihren hätte so etwas einfordern müssen. „Wir aber sind die erste Generation, die die Klimakrise zu spüren bekommen wird, und die letzte, die noch etwas machen kann.“

Von Andreas Krasselt

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