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Meine Stadt Der Ministerpräsident kommt mit Max und Moritz
Hannover Meine Stadt Der Ministerpräsident kommt mit Max und Moritz
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18:59 22.11.2019
KEIN STREICH: Ministerpräsident Stephan Weil hat am Freitag im AWO-Seniorenzentrum Bernhard-Kreibohm-Haus (kleines Foto) aus Wilhelm Buschs Max & Moritz vorgelesen. Quelle: Wilde
HANNOVER

Mit dem Vorlesen ist das so eine Sache. Wenn man nicht gerade selber Schriftsteller ist und aus eigenen Büchern liest, bedarf es beim Vorlesen von Texten Dritter schon der genauen Auswahl. Sind sie nämlich zu anspruchsvoll, hört niemand zu. Sind sie aber zu oberflächlich, läuft die Veranstaltung Gefahr, nicht ernst genommen zu werden.

Vorlesung aus den Gesammelten Werken Wilhelm Buschs

Unter diesen Aspekten hat Ministerpräsident Stephan Weil also alles richtig gemacht, indem er aus dem Werk von Wilhelm Busch vorlas. Jenem Busch aus Wiedensahl, der wohl bis heute der bekannteste humoristische Dichter ist, obwohl seine ersten Bildergeschichten schon 1864 in Buchform erschienen waren.

Ministerpräsident kommt zum 60-jährigen Bestehen

Stephan Weil war am Freitag auf Einladung des AWO Bezirksverbandes Hannover im Seniorenzentrum Bernhard-Kreibohm-Haus in Badenstedt zu Gast, weil es in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert. Eigentlich sollte er beim bundesweiten Vorlesetag am 15.November lesen, doch an diesem Tag war er verhindert.

MITTEN IN BADENSTEDT: Das AWO-Seniorenzentrum Bernhard-Kreibohm-Haus war das erste seiner Art in Hannover nach dem Zweiten Weltkrieg Quelle: Wilde

 

Viele bekannte Autoren aus Niedersachsen

Es sollte ein Autor aus Niedersachsen sein, sagte der Landesvater vor den erwartungsfrohen Senioren. Denn bekannte Autoren aus Niedersachsen gibt es ja einige. Der in Osnabrück am Ende des 19.Jahrhunderts geborene Erich-Maria Remarque etwa. Oder Walter Kempowski (2007 in Rotenburg/Wümme gestorben) und Klaus-Peter Wolf aus Norden, der mit seinen Ostfrieslandkrimis höchst erfolgreich ist. Und natürlich die Schriftsteller Hannah Arendt und Eike-Christian Hirsch, beide sogar mit starkem Hannover-Bezug.

Aber irgendwie passte zu diesem Besuch, passte vor diesem freundlichen Seniorenpublikum nur etwas Heiteres mit Niveau. Insofern traf die Auswahl des Ministerpräsidenten schon mal ganz den Geschmack seiner Zuhörerschaft.

Max & Moritz soll es sein – so stimmen die Heimbewohner ab

Doch was sollte es sein? Hans Huckebein? Fipps der Affe? Maler Klecksel? Die fromme Helene? Oder doch Max & Moritz? Schwierig, aber nicht unlösbar – Stephan Weil ließ kurzerhand per Handzeichen abstimmen. Und am Ende setzte sich die Bubengeschichte von Max & Moritz in den sieben Streichen durch.

„So geht Demokratie“, sagte der Ministerpräsident, las vor und bewies, dass die Streiche der frechen Jungen mit Witwe Bolte, Schneider Böck oder Bauer Mecke auch 154 Jahre nach ihrer Veröffentlichung nichts von der unterhaltsamen Lausbübigkeit verloren haben.

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