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Meine Stadt Hannovers beste Gründungsideen ausgezeichnet
Hannover Meine Stadt Hannovers beste Gründungsideen ausgezeichnet
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22:35 13.03.2019
SIEGER NICHT NUR IM SPIEL: Niklas Hatje, Cedric Deege und Julian Suttner von Game Buddy haben den ersten Hauptpreis gewonnen. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Für viele ist es ein Traum, das Hobby zum Beruf zu machen. Immer wieder aber gibt es Mutige, die diesen Traum Wirklichkeit werden lassen und dafür sogar den Beruf an den Nagel hängen. Noch öfter aber kommen gute Ideen direkt aus dem Arbeitsleben, der Beruf wird so zur Startrampe für den Sprung in die unternehmerische Selbstständigkeit. Nicht selten erfolgreich.

Kimberly Jones holte einen der ersten Preise. Quelle: Wilde

Zum 16. Mal haben Hannoverimpuls und die Sparkasse Hannover am Mittwoch die besten Geschäftsideen der Stadt ausgezeichnet. 128 Gründer hatten sich beworben, nur 20 weniger als im vergangenen Rekordjahr. Was heißt: Das Gründungsfieber in Hannover schein ungebrochen.

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Künstliche Intelligenz

Mehr als 100 000 Euro gab es beim Startup-Impuls in drei Kategorien zu gewinnen – damit ist er der höchstdotierte regionale Gründungswettbewerb Deutschlands. Und es ist kein Zufall, dass die meisten der Ideen aus dem Bereich der Informationstechnologie stammen. Die Vielfalt der Ideen zeige die Dynamik des Gründungsstandorts Hannover, betonte Marina Barth aus dem Sparkassen-Vorstand: „Wir sind dran an den großen Themen wie künstliche Intelligenz und digitale Transformation.“ Wesentlich dabei aber, dass die Firmen das Potenzial haben, sich auf dem internationalen Parkett zu bewähren.

Der mit 30 000 Euro dotierte erste Hauptpreis ging entsprechend an die Entwickler eines sozialen Netzwerks speziell für Online-Spielende. Die rasant wachsende Spielebranche ist schon längst kein Kinderspielplatz mehr. Hochprofessionell geführte Team-Wettkämpfe verlangen wie im Profisport nach qualifizierten Mitspielern. Passen die nicht zusammen, geht’s dem Team wie Hannover 96. Gerde im anonymen Online-Bereich würden dann ganz schnell böse Schimpfwörter fallen. „Ich wollte mich nicht mehr länger beim Game beleidigen lassen“, erklärte Niklas Hatje, einer der Entwickler der GameBuddy GmbH. Sie wollen die Teambildung nicht mehr dem Zufall überlassen. Über aufwendige Analysen und Algorithmen berechnen sie User-Profile, mit denen sich die zueinander passenden Spieler leicht finden lassen. Aktuell noch für nur ein Spiel, dem mit 100 Millionen Nutzern beliebten League of Legends. Die Vision aber geht dahin, so viel Spiele wie möglich in einer Plattform zu erfassen.

Handgemachte Kindermode mit Herz

Mit Big Data hat Kimberly Jones dagegen nichts am Hut. Im Gegenteil: Die Modedesignerin setzt mit ihre Firma Emmilo ganz bewusst auf Handarbeit – mit Herz. Sie stellt individuelle Kinderkleidung her, qualitativ hochwertig und verspielt – und natürlich in zertifizierter Bioqualität. Als Mutter von zwei Kindern – Emmi und Milo, daher der Firmenname – weiß sie, was den Kleinen gefallen kann. „Als ich einen Strampler für meinen Sohn genäht habe, habe ich gemerkt, was man alles machen kann, da hat mich nichts mehr gehalten“, sagte sie. Aktuell vertreibt sie ihre Mode noch direkt über Social-Media-Plattformen, plant aber einen Onlineshop. Die Nachfrage ist so groß, dass sie kaum hinterherkommt. Die Geschäftsidee brachte ihr den 1. Preis in der Sonderkategorie „Solo-Starter“ ein, dotiert mit 10 000 Euro. Das Geld will sie dazu nutzen, Helfer einzustellen. „Ich bleibe Herz und Hirn, brauche aber zusätzliche Hände.“

Der erste Preis in der Sonderkategorie „Hochschule und Wissenschaft“ (5000 Euro) ging an die beh.digital GmbH, die Bildverarbeitungssysteme für Automatisierungsprozesse in der Industrie entwickelt.

Gewinner reisen ins Silicon Valley

In der Hauptkategorie ging der zweite Preis (15 000 Euro) an die Firma Corvitac, ebenfalls für ein Bildverabeitungssystem, mit dem die gesetzlich vorgeschriebene Tierzählung in der Schweinezucht automatisiert werden kann. Den dritten Preis (5000 Euro) erhielt die Innocado GmbH, die eine Vernetzungsplattform für Unternehmen und Organisationen aufgebaut hat, welche die Entwicklung kreativer Ideen erleichtert, indem sie gezielt Kollegen zusammen bringt, deren Kompetenzen sich ergänzen. Alle drei Hauptpreisträger haben zusätzlich eine Reise in einen der weltweiten Start-Up-Hotspots Sillicon Valley oder Tel Aviv gewonnen.

Von Andreas Krasselt