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Meine Stadt Hannover: Kurdischstämmiger Stadtmitarbeiter im Urlaub festgenommen
Hannover Meine Stadt Hannover: Kurdischstämmiger Stadtmitarbeiter im Urlaub festgenommen
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14:01 26.09.2019
ENGAGIERT: Alt-OB Herbert Schmalstieg setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte der Kurden ein, hier bei einer Mahnwache für Dyarbakir im Januar 2017 am Steintor. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Vielleicht hat es am großen Druck gelegen. Vielleicht waren aber auch die Vorwürfe einfach unhaltbar. Ein kurdischstämmiger Mitarbeiter der hannoverschen Stadtverwaltung, der während seines Italienurlaubs von Interpol im Auftrag der Türkei festgenommen worden war, dürfte nach Informationen des hannoverschen Alt-OBs Herberts Schmalstieg bald wieder auf freiem Fuß sein. „So viel ich weiß, hat Interpol den Haftbefehl aufgehoben“, so Schmalstieg am Donnerstag zur NP.

Die Türkei hatte den 45-Jährigen, der neben der türkischen mittlerweile auch die deutsche Staatsangehörigkeit hat, mit internationalem Haftbefehl gesucht. Vorwurf: Terrorismus. Das stünde zumindest auf dem Haftbefehl, erklärte der Ex-OB. Er vermutet, dass der Grund die Teilnahme des Mannes an einer Demonstration in den 90er Jahren gewesen sei.

Der in der Türkei geborene Kurde, der in Hannover als Psychologe im Fachbereich Jugend und Familie arbeitet, studierte damals in Istanbul. Nachdem er wegen der Demonstration ins Visier der Behörden geraten war, floh er 1996 nach Deutschland. Seinem Asylantrag wurde stattgegeben, später wurde er eingebürgert.

Schmalstieg kontaktiert das Auswärtige Amt

Schmalstieg, der sich seit Jahren für die Menschenrechte insbesondere der Kurden in der Türkei engagiert, wandte sich an den Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen. Der Fall sei bekannt, bestätigte am Donnerstag ein Sprecher. Das deutsche Generalkonsulat in Mailand stehe in Kontakt mit dem Inhaftierten, die konsularische Betreuung sei aufgenommen worden, hieß es aus der Behörde weiter. Grundsätzlich würde man sich jedoch zu Einzelfällen nicht weiter äußern.

Schmalstieg hatte zu Beginn der Woche auch die Bundesregierung und die EU zur Intervention aufgefordert. Die Verhaftung eines deutschen Staatsbürgers sei eine „Riesenschweinerei“, sagte er. Interpol dürfe nicht dazu benutzt werden, politisch motivierte Haftbefehle umzusetzen.

Verlässlich, angesehen, kompetent

In der Stadtverwaltung reagierte man besorgt über die Festnahme des Kollegen. „Wir haben uns mit dem Generalkonsulat in Mailand in Verbindung gesetzt, um die Möglichkeiten der Unterstützung zu klären“, so Sprecher Udo Möller. Auch der Stadt sei der konkrete Grund der Festnahme nicht bekannt. „Es handelt sich um einen verlässlichen, angesehenen und fachlich kompetenten Mitarbeiter. Es gab niemals Beanstandungen.“

Der Fall des 45-jährigen Hannoveraners ähnelt drei weiteren Fällen aus den vergangenen Jahren. Auch in Köln, Hamburg und Duisburg lebende türkischstämmige Deutsche wurden im Ausland aufgrund türkischer Haftbefehle von Interpol festgesetzt. Einer der Betroffenen, der Auto Dogan Akhanli, ist mittlerweile wieder frei. Alt-OB Herbert Schmalstieg hofft nun, dass dies auch bald für den Mitarbeiter der hannoverschen Stadtverwaltung gelten wird.

Von Andreas Krasselt

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