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Meine Stadt Hannover: Diese Firmen leben Inklusion
Hannover Meine Stadt Hannover: Diese Firmen leben Inklusion
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16:37 26.03.2019
PREISVERLEIHUNG: Ulrike und Jörg Köper (von links, hintere Reihe), Konstanze Beckedorf, OB Stefan Schostok, Aris Diamantidis und Yassir Niehus, vorn Andrea Hammann und Roman Pott. Quelle: Foto: Dröse
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Hannover

Mobil sein, nicht auf andere angewiesen – das ist einer der größten Wünsche von Menschen mit Behinderungen. Dass er für viele in der Region in Erfüllung geht, ist der European Van Service GmbH zu verdanken. Das Unternehmen baut Fahrzeuge für Behinderte um – und hat dafür jetzt den Förderpreis der Stadt Hannover gewonnen. Ebenso wie der Tischlerbetrieb Klauenberg.

Zum achten Mal hat die Stadt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung vergeben. Erstmals teilen sich zwei Firmen Platz 1. „Innovativ, kreativ und sehr engagiert“ sei deren Arbeit, lobte OB Stefan Schostok den Einsatz. Behinderten würde ein selbstbestimmtes Erwerbsleben ermöglicht. Die Beispiele seien nachahmenswert.

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Mobil mit eigenem Auto

Beim European Van Service, auch bekannt als Individual Autosysteme, arbeiten 19 Männer und Frauen, davon drei Schwerbehinderte. Einer von ihnen ist Roman Pott, der im Rollstuhl sitzt. Mit seinen Kollegen hat er an der Weiterentwicklung der Firma gearbeitet, die zunächst nur Um- und Aufbau von Nutzfahrzeugen anbot. 2012 kam die Spezialisierung auf Fahrzeugumrüstungen für Behinderte dazu. Einer, der davon mit eigens für ihn umgebautem Wagen profitiere, verriet Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf, sei Jan Sattler, Spieler des Rollstuhl-Basketball-Vereins Hannover United.

Ausbildung mit Kammer abgestimmt

Barrierefreiheit ist bei den Autobauern selbstverständlich. Schwieriger war es in der Bau- und Möbeltischlerei Klauenberg. In Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer stimmte das Unternehmen ab, wie zwei Schwerbehinderte eine Ausbildung schaffen können. Und als sich zeigte, dass einer der Jung-Handwerker wohl doch nicht den Abschluss schaffen würde, fand man gemeinsam eine Lösung. Fachpraktiker ist er jetzt und mit seinem Kollegen zuständig für Büro, Ausstellung, Werkstatt, Service und Wartung.

Inklusion macht Sinn, denn Unternehmen profitieren von der Vielfalt ihrer Belegschaft“, sagte Beckedorf. Schostok wünschte sich mehr barrierefreie Arbeits- und Ausbildungsplätze. Die Wirtschaft sei manchmal zu zögerlich, mache sich unnötige Gedanken. „Im Kopf werden neue Barrieren aufgebaut.“

Von Vera König