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Meine Stadt Hannover: Stadt hat Einwände gegen Paddel- und Angelverbot
Hannover Meine Stadt Hannover: Stadt hat Einwände gegen Paddel- und Angelverbot
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15:02 17.09.2019
Bald verboten? Auf der Leine sind häufig Kanu-Wanderer unterwegs, so wie hier nahe der Leinerandstraße in Alt-Laatzen. Quelle: Daniel Junker
Hannover

Die geplante Neuausweisung des NaturschutzgebietesLeineaue zwischen Hannover und Ruthe“ hat schon Angler und Wassersportler auf die Barrikaden gebracht. Nun hat auch die Stadt Hannover Nachbesserungsbedarf angemeldet. Ihre Stellungnahme ist am Montag im Umweltausschuss des Rats ohne Gegenstimme angenommen worden. Problem: Die Frist zur Abgabe war just an diesem Tag abgelaufen.

Die Region steht bei der Neuausweisung von Schutzgebieten unter Zugzwang. Sollte sie den Anforderungen der EU nicht zeitnah nachkommen, drohen Strafverfahren. Kritiker befürchten daher auch, dass die verschärften Regeln für derzeit 15 umgesetzte oder geplante Schutzgebiete mit heißer Nadel gestrickt sind.

An der Leine südlich von Hannover soll ein etwa 1000 Hektar großes Gebiet entsprechend ausgewiesen werden. Es erstreckt sich von der Wilkenburger Straße in Wülfel über Gebiete in Hemmingen, Laatzen und Pattensen bis in den Kreis Hildesheim. Schon jetzt steht dieser Bereich der Leineaue als FFH-Gebiet unter Schutz, die entsprechenden Regeln genügen aber nicht mehr dem EU-weiten Standard.

Tabuzone für Kanuten

Nach den neuen Schutzregeln dürfte die Leine während der Brut- und Aufzuchtzeit vom 1. April bis zum 15. Juli nicht mehr mit Booten befahren werden, weiter südlich zwischen Marienburg und Ruthe wären Paddler und Kanuten ganzjährig verboten. Kanuvereine wie der in dem Gebiet ansässige Paddel-Klub Niedersachsen sehen sich in ihrer Existenz bedroht.

Auch die Stadt sieht in ihrer Stellungnahme die Nutzungsmöglichkeiten der Wassersportvereine massiv eingeschränkt. „Eine zeitlich begrenzte Nutzungsdauer der Leine für vereinssportliche Aktivitäten ist – angesichts der hiervon ausgehenden Existenzbedrohung der Vereine – nicht tolerierbar“, heißt es dort. Als „bewegungsfreundliche Stadt“ gelte es, derartige Sport- und Erholungsräume zu erhalten. Sie fordert daher, den Wassersportbetrieb dort weiter ganzjährig zuzulassen. Schließlich hatte auch Regionspräsident Hauke Jagau erst im Mai bei der Präsentation der Tourismus-Marketing-Broschüre „Urlaub nebenan“ betont, dass noch einiges für den Kanutourismus getan werden könne.

Privilegien für Teiche der Region

Betroffen wären aber auch die Angler. Südlich der Wilkenburger Straße liegen zwei Teiche, die der Stadt gehören, die sie aber an den Sportangler-Verein Hannover verpachtet hat. Dort wäre laut dem Entwurf der Verordnung das Angeln künftig verboten. Anders übrigens als bei Teichen, die der Region selbst gehören und für die eine entsprechende Freistellung vorgesehen ist. Die Stadt kann nun diese Privilegierung der Regionsteiche nicht nachvollziehen und sieht in der Ausweisung des Schutzgebiets einen Eingriff in ein bestehendes Pachtverhältnis.

Auch das Jugendgästehaus der Stadt und der Paddelklub Niedersachsen liegen in dem FFH-Bereich, gemäß der Kartenunterlagen allerdings nicht in dem geplanten Naturschutzgebiet. Im Text der Verordnung heißt es allerdings, dass FFH- und Naturschutzgebiet identisch seien. Offensichtlich ein Widerspruch. Hier verlangt die Stadt eine Klarstellung. Da es dort aber auch Liefer- und Anliegerverkehr gibt, empfiehlt die Stadt zur Vermeidung künftiger Konflikte, auch die Verkehrswege aus dem Schutzgebiet herauszunehmen.

Frist für Stellungnahme zu kurz

Für starken Unmut bei den Ratspolitikern sorgte die späte Aufforderung zur Stellungnahme. „Es ist nicht das erste Mal, dass die Region der Stadt eine Stellungnahme abverlangt, die auf realistische Weise gar nicht möglich ist“, kritisierte der umweltpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Philipp Kreisz. Die Region hatte die Stadt mit Schreiben vom 21. 6. über das Vorhaben informiert und für die Stellungnahme eine Frist bis zum 30. 8. eingeräumt. Die Stadt hatte auch wegen der Ferienzeit eine Verlängerung bis 30. 9. beantragt, damit alle erforderlichen Ratsgremien beteiligt werden könnten. Gewährt wurde jedoch nur eine Verlängerung bis zum 16. 9., also dem Tag, an dem erst der Umweltausschuss tagen konnte. Beschließen muss auch noch der Verwaltungsausschuss.

„Wir werden die Stellungnahme der Stadt aber in jedem Fall berücksichtigen und einarbeiten“, versicherte Regionssprecher Klaus Abelmann. Im Anhörungsverfahren würden auch von anderen Seiten Einwände teils verspätet eingereicht. Die endgültige Entscheidung liegt dann wieder in der Hand der Politiker, allerdings der Regionsversammlung.

Von Andreas Krasselt

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