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Meine Stadt Sozialbetrug: In Thailand krank gefeiert
Hannover Meine Stadt Sozialbetrug: In Thailand krank gefeiert
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17:58 22.07.2019
MACHT GERNE FERNREISEN: Ufuk Y., (31) hat gestanden, das Job-Center betrogen zu haben (re. Anwalt Björn Nordmann). Quelle: Nagel
HANNOVER

Ufuk Y. (31) ist gerne unterwegs: Die Arabischen Emirate, Thailand, Dominikanische Republik, Malaysia. Nicht schlecht für einen Hartz-IV-Empfänger. Vom 17. November 2015 bis 30. April 2016 weilte er am Stück in Thailand. Selbstverständlich konnte er sich in dieser Zeit nicht um einen Job kümmern. Also schickte er seine Freundin im Job-Center vorbei. Sie legte dem Amt ärztliche Bescheinigungen über die „Arbeits- und Reiseunfähigkeit“ des Angeklagten vor. Gegen die Ärzte aus Hannover wird noch ermittelt.

Der Angeklagte wurde am Montag wegen Betrugs zu einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro (120 Tagessätze) verurteilt. Richterin Jana Bader sprach von einem „ausgesprochen sozialschädlichen Verhalten“. Der gut aussehende Mann hatte die Behörde um fast 6000 Euro erleichtert.

Anonyme Anzeige

Ans Tageslicht kam die Sache auf Grund einer anonymen Anzeige. Das Job-Center ließ sich daraufhin den Reisepass zeigen. Dort fanden sich Stempel aus aller Herren Länder, der Harz war ihm sozusagen nicht genug.

Der 31-Jährige hatte nach eigenen Angaben einen Herzinfarkt in Thailand auskuriert. „Es ist schade, dass es so dargestellt wird, dass ich High-Life gemacht habe. Ich war wirklich krank“, sagte der Angeklagte. Kaum zu glauben, der Mann sieht aus wie ein Hochleistungssportler. Vor dem Amtsgericht war er noch zu einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro verurteilt worden.

Anwalt Björn Nordmann wollte in der Berufung erreichen, dass die Strafe auf 90 Tagessätze gesenkt wird. In diesem Fall wäre eine Eintragung ins Führungszeugnis ausgeblieben. „Sie sind im Amtsgericht ausgesprochen gut weggekommen“, meinte die Richterin. Die Staatsanwaltschaft hatte auch Rechtsmittel eingelegt und eine höhere Strafe gefordert.

Familie begleicht den Schaden

Der Anwalt hatte aber ein dickes Pfund: „Mein Mandant hat seiner Familie Schande bereitet. Deshalb hat sie den Schaden beglichen.“ Sein Mandant stottere die Schuld nun bei seinen Verwandten ab. Passgenau zum Prozess waren 6000 Euro auf dem Konto des Job-Centers gelandet.

Doch angesichts der „kriminellen Energie“ des Angeklagten beließ es die Richterin bei der erstinstanzlichen Strafe. Sie senkte die Tagessatzhöhe wegen der Unterhaltspflicht des Angeklagten. Er ist verlobt, hat ein Kind und einen Job. Seit Ende 2016 bekommt er kein Geld mehr vom Job-Center.

Trotz seines Mini-Jobs macht der Angeklagte immer noch Fernreisen. Erst im Januar war er in einem Spa-Hotel in Dubai. Das verrät sein Facebook-Konto.

Von Thomas Nagel

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