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Meine Stadt So wird aus Müll ein Goethe-Kreisel
Hannover Meine Stadt So wird aus Müll ein Goethe-Kreisel
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18:52 29.07.2019
Tüftelt gern: In der Upcycling-Werkstatt beim Projekt Goethe-Kreisel zeigt Ruth Wienecke die besten Methoden. Quelle: Fotos: Wallmüller
Hannover

Wer kennt das nicht? Regen, Hagel, Sturm und das war es dann auch schon mit dem neuen Schirm. Das Ding liegt geknickt und nicht mehr benutzbar in der Ecke und damit nur noch wenige Zentimeter vor dem Mülleimer. Halt! Nicht wegwerfen und den Plastikberg vergrößern. Das gute Teil besteht nämlich aus Materialen, die noch nutzbar sind.

Zum Beispiel für Goethe-Kreisel. Kennen Sie nicht? Dann bauen Sie sich doch selbst mal so ein Spielzeug aus den Kielen oder Spitzen, auf denen der Schirm gespannt ist, sowie aus Kork, einer alten CD und bunten Bildern zum Aufkleben. Die Upcyclingbörse Hannover in der Glockseestraße 35 (Innenhof der alten Glockseeschule), die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Altes neu zu verwenden, beginnt am heutigen Dienstag einen entsprechenden Workshop und will so viele Goethe-Kreisel wie möglich bis zum 28. August herstellen.

Fest der Kreativität

An dem Tag nämlich würde Johann-Wolfgang Goethe 270 Jahre alt und es gibt mehrere Gründe, ihn zu feiern. Mit einem Fest der Kreativität, was den Meister sicher freuen würde. Einem Fest des Miteinanders in dem bunten Calenberger Stadtteil – immerhin begeisterte sich Johann-Wolfgang Goethe in seinen späteren Jahren für den persischen Dichter Hafis und die Poesie des Orients. Wer es schon notieren will: Das Fest findet im Goethe-Exil am Goetheplatz 3 zwischen 15 –21 Uhr statt.

Bis dahin ist viel zu tun – etwa Goethe-Kreisel aus Dingen zu basteln, die eigentlich müllreif sind. In der Upcycling-Börse der Glocksee-Werkstatt entstand das Projekt, hier treffen sich alle kleinen und großen Tüftler dienstags von 16 –18 Uhr. Hier treffen sie Workshop-Leiterin Ruth Wienecke (57), die weiß, wie man die besten, sprich, die am längsten kreisenden Kreisel, baut. „Ich tüftele gern“, so die gelernte Musikalienhändlerin. „Es gibt so viele Dinge, die ein zu kurzes Leben haben. Das ärgert mich.“ Ein Kreisel würde sich am besten auf einer Kugel drehen, nach Zahnstocher („das zerfasert“) und leer geschriebenen Kugelschreiber entdeckte sie in der Upcycling-Werkstatt die Regenschirm-Spitzen, steckte sie durch ein Stück Korken. Und siehe da: Das Goethe-Spielzeug kreist.

Alles ist nutzbar

Es geht hier nicht um die billige Produktion von neuem Spielzeug. Gert Schmidt (54), Projektleiter und Organisator der Upcyclingbörse, möchte den Leuten in Workshops, Schulungen und Projekten den Wert dessen bewusst machen, was wir unbedacht auf den Müll schmeißen. Man halte es hier mit den Forschungserkenntnissen des Soziologen Harald Welzer, der aus Bissendorf stammt und an der Uni Hannover studierte. „Es braucht neue Infrastrukturen für zukunftsfähige Städte, Wirtschaft und Lebensstile. Es ist alles da, man muss nicht neu produzieren, sondern kann alles weiternutzen.“

Die Upcyclingbörse braucht noch Schirmspitzen. Wer kaputte Regenschirme hat und/oder an dem Projekt teilnehmen möchte:

upcyclingboerse-hannover.de

Von Petra Rückerl

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