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Meine Stadt Hannover: Sehbehinderte erkunden den Großen Garten
Hannover Meine Stadt Hannover: Sehbehinderte erkunden den Großen Garten
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18:22 04.06.2018
Unscharf: Unser Fotograf stellte sein Objektiv bewusst falsch ein. Noch schlechter erkennen Sehbehinderte die Gärten. Quelle: Fotos: Wallmüller
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Hannover

Er fühlt die Musik. Martin Rembeck steht im Amphitheater des Großen Gartens. In der linken Hand eine Art Handy, in der rechten Hand ein damit verbundener Lautsprecher. Rembeck wippt auf uns ab zu den Klängen der Barockmusik.

Sehbehinderte erkunden den Großen Garten

Martin Rembeck ist eigentlich Klavierstimmer. Seit 1994 beschäftigt er sich mit den Herrenhäuser Gärten und zeigt blinden und sehbehinderten Menschen die Hecken, Statuen und Wasserspiele im Großen Garten. Anlässlich des morgigen Sehbehindertentages lud der Verband für blinde und sehbehinderte Menschen am Montag 20 Menschen ein, die Gärten zu ertasten. Für Reinhard Will aus Hildesheim ein tolles Angebot: „Besonders die Kontraste hier gefallen mir“ sagt er. Will sieht bereits seit 2001 nur noch sehr wenig. „In der Mitte gar nichts mehr, an den Rändern nur noch verschwommen.“ So beschreibt er es. Seine Krankheit hindert ihn jedoch keineswegs daran, Orte wie die Herrenhäuser Gärten zu besuchen.

Neu ist der Verzicht auf die Sehkraft dagegen für Sigrid Harr. Die 70-Jährige aus Bad Pyrmont konnte bis vor einem Dreivierteljahr noch gut sehen, fuhr Auto und war komplett unabhängig. Von einen Tag auf den anderen, verlor sie dann beinahe ihre komplette Sehkraft. „Das ist was anderes, als wenn man von Geburt an blind ist. Im Prinzip unvorstellbar“, sagt sie. Dennoch will sie weiterhin am Leben teilnehmen, ist froh, dass es Angebote wie das der Besichtigung der Gärten unter der Führung von Martin Rembeck gibt. Der steht mittlerweile vor einer der goldenen Statuen auf der Bühne des Amphiteaters. „Fasst ruhig an“, fordert er die Gruppe auf. Und die folgt. Wenn es gerade nichts zu eratsten gibt, erklärt Rembeck den aufbau der Gärten, oder die Besucher ertasten ihn selbst. Vor rund drei Jahren brachte Rembeck einen Garten-Führer für blinde und sehbehinderte Menschen heraus.

Von Timo Gilgen

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