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Meine Stadt Schulschwänzen ab Sommer? Stadt setzt im Fall Esma auf Dialog
Hannover Meine Stadt Schulschwänzen ab Sommer? Stadt setzt im Fall Esma auf Dialog
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17:40 06.06.2019
BLEIBT HART: Tochter Esma darf die IGS Stöcken nicht besuchen, obwohl sie nur 500 Meter davon wohnt. Ihr Vater Niyazi hat die Anmeldetermine für andere Schulen bewusst verstreichen lassen. Quelle: Petrow
HANNOVER

Weil seine Tochter ab August nicht die Wunschschule der Familie besuchen darf, hat Niyazi Payaz die Neunjährige bei keiner anderen weiterführenden Stadt angemeldet – und stadtweite Anmeldetermine, die am Mittwoch endeten, bewusst verstreichen lassen. Sollte der Vater nicht doch noch einlenken, würde er somit gegen die Schulpflicht seiner Tochter verstoßen, die mit Schulbeginn dann zur Schulschwänzerin würde – ein Gesetzesverstoß.

Schulpflichtverletzung? Stadt bleibt vorerst gelassen

Die Stadt Hannover, die die Schulpflichtüberwachung für die Landesschulbehörde ausübt, bleibt trotzdem erst einmal gelassen, da sie bereits seit zwei Wochen mit der Familie in Kontakt stehe, wie Schul-und Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski am Donnerstag sagte. „Der Vater ist im Moment für Alternativvorschläge nicht offen. Wie lassen ihn vorerst in Ruhe und bleiben für ihn erreichbar.“ Dass Eltern ihre Kinder nicht fristgerecht an Schulen anmelden, käme häufiger vor. „Entweder, weil sie es schlicht vergessen haben oder innerhalb der Ferien umgezogen sind“, so Rzyski. Im persönlichen Umgang mit den Familien habe man diese Fälle stets lösen können. „Wir werden auch die Familie Payaz beraten, unterstützen und begleiten“, so die Dezernentin.

Losen ist für Landesschulbehörde ein legitimes Verfahren

Wie berichtet, wurde die neunjährige Esma Payaz nicht von der IGS Stöcken aufgenommen, obwohl sie nur 500 Meter von der Schule entfernt wohnt, da sie bei einem Losverfahren nicht gezogen worden ist. Das Mädchen braucht sonderpädagogische Förderung und kam in einen Lostopf mit anderen Kindern, die ebenfalls zusätzliche Hilfe brauchen. Für sie ist die Aufnahmekapazität deshalb beschränkt. Ergebnis: elf Jungen und Mädchen wurden nicht gezogen, eine davon war Esma. Dieses Losverfahren durchzuführen, um Überbelegungen zu vermeiden, ist Sache einer jeweiligen Schule, betont Rita Maria Rzyski. Und: „Das Losverfahren ist für die Landesschulbehörde legitim, da es einzig rechtlich anerkanntes Verfahren ist.“

Stadt: Nachträgliche Aufnahme an IGS Stöcken geht nicht

Persönlich tue ihr der Fall leid, zumal der Cousin Anfang der Woche noch einen Platz auf der IGS Stöcken bekommen habe, da er keinen Förderbedarf brauche, so die Dezernentin weiter. „Die Schule kann Esma nicht nachträglich noch aufnehmen, weil dann die Eltern der zehn anderen abgelehnten Kinder mit Förderbedarf zu Recht fragen, warum mit zweierlei Maß gemessen wird.“ Sollte Esma Payaz nach den Sommerferien tatsächlich nirgendwo angemeldet sein, werde man erneut an die Familie herantreten, äußerte die Schuldezernentin weiter.

Von Andreas Voigt

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