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Meine Stadt Neues Bündnis stellt Antrag für „Leuchtturmschule“
Hannover Meine Stadt Neues Bündnis stellt Antrag für „Leuchtturmschule“
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17:24 11.09.2018
Dagegen: Maren Kaminski und Susan Bartels de Pareja mit dem Gegenantrag des Bündnisses „Schule der Kulturhauptstadt. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Sie sind angekommen in der politischen Realität. Die Mitglieder des Bündnisses „Schule der Kulturhauptstadt“ wollen per Antrag im Schulausschuss den Weg für eine ganz neue Schulform ebnen. „Die Zeit ist reif für eine weitere Leuchtturmschule nach neuem Modell“, sagt Maren Kaminski, Sprecherin des Zusammenschlusses aus Gewerkschaftern, Pädagogen, Eltern und Schülern. „Doch Hannover betreibt Schulpolitik wie zur Kaiserzeit“, kommentiert sie die Pläne der Verwaltung, ein 18. Gymnasium zu schaffen.

Doch das will das Bündnis nach Möglichkeit verhindern. Streng genommen handelt es sich bei dem Antrag sogar um einen Änderungsantrag. „Wir reagieren auf den Antragsentwurf des Ampelbündnisses aus SPD, Grüne und FDP für die Sitzung Ende September“, erklärt Kaminski. Darin schlägt die Politik ein vierzügiges Gymnasium vor, immerhin mit einem „inklusiven und reformpädagogischen Ansatz“. „Uns hat der Antrag gelinde gesagt überrascht“, so Susan Bartels de Pareja, ebenfalls Schul-Bündnissprecherin und Lehrervertreterin im Schulausschuss. Das ärgerliche für sie: SPD und Grüne sind schon lange als Parteien Mitglieder im Bündnis „Schule der Kulturhauptstadt“. Da habe man mehr Offenheit für Neues erwartet.

Neues Gymnasium in der Diskussion

Bis zum Schuljahr 2023/ 24 ist im fünften Jahrgang im Vergleich zum aktuellen Schuljahr mit einem Plus von etwa 150 Schülern zu rechnen – so die Zahlen, die bei der letzten Schulausschusssitzung vorgelegt wurden. Deshalb gibt die Verwaltung mit den Planungen für das 18. Gymnasium Gas.

Die Standortfrage ist aber noch offen. Diskutiert wird über den Schützenplatz in Bemerode (Am Sandberge). Bei der nahen IGS Kronsberg wird befürchtet, dass dadurch der eigene Oberstufenzweig leer­laufen könnte.

Einigkeit über die Schulform herrscht aber auch nicht im Schulausschuss. Der Antrag der Ampel gilt bislang nur als Entwurf. So hätten die Grünen (sind im Bündnis „Schule der Zukunft) lieber kein Gymnasium, wie die Vize-Fraktionsvorsitzende Silvia Klingenburg erklärt. Sie hofft noch Einfluss auf die anderen Ampel-Partner nehmen zu können. Für Christine Kastning (SPD, ebenfalls im Schul-Bündnis) ist die Sache klar: „Das Schulgesetz gibt es nun mal vor: Wenn entsprechende Anmeldungszahlen vorliegen, kommt man um die Schaffung eines neuen Gymnasiums nicht herum.“

Statt eines weiteren Gymnasiums fordert das Schulbündnis die Entwicklung einer weiterführenden Schule mit Primarstufe und der Möglichkeit des Abiturs – also eine Schule von Klasse eins bis 13 – und zwar als „Schulversuch mit wissenschaftlicher Begleitung“. Die inhaltliche Ausgestaltung soll von einer Expertengruppe angeschoben werden. Viele mitunter radikale Ideen werden bereits diskutiert – von mehr Digitalisierung und weniger Lehrer, über die Abschaffung von Schulfächern und der altersmäßigen Sortierung, bis hin zu Lernateliers statt festen Klassenräumen. Loser Konsens ist bislang, dass es keine Zensuren gibt und kein Sitzenbleiben. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, so Kaminski. „Es gibt in Deutschland schon viele interessante neue Schulformen. Hannover hinkt da stark hinterher.“

Nicht nur deswegen sträube man sich gegen ein weiteres Gymnasium, sondern auch, weil man den Bedarf anzweifelt. „Die tagesaktuellen Zahlen zeigen, dass an den 17 bestehenden Gymnasien momentan 1158 Plätze frei sind“, so Kaminski. „Das stellt für uns alle Aussagen, diese seien völlig überfüllt, völlig in Frage.“

Von Simon Polreich

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