Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Schülerinnen kämpfen für Europa
Hannover Meine Stadt Hannover: Schülerinnen kämpfen für Europa
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 03.01.2019
GEMEINSAM STARK: Jasmine Haddat Hachimi (links) und Maja Belostotski von der Käthe-Kollwitz-Schule haben an dem Event „100 Botschafter für den Frieden“ teilgenommen. Lehrerin Sabine Forsbach ist stolz auf die beiden. Quelle: Wallmüller
Hannover

Vielleicht ge­hörte irgendein naher oder entfernter Vorfahr der beiden Schülerinnen aus Hannover zu jenen Männern, die sich auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs ge­genseitig massakrierten. Sicher waren auch Vorfahren der anderen 498 jungen Leute aus 48 Ländern beim Töten dabei. Aber die Nachfahren, die sich 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg im November in Berlin trafen, die hatten ein ganz anderes Ziel: Frieden.

Frieden unter den Völkern, zwischen den einzelnen Menschen, Frieden auch mit der Natur. Dafür entwickelten sie vor und während des dreitägigen Events „Youth for Peace – 100 Ideen für den Frieden“ Botschaften für eine bessere Welt, diskutierten gemeinsam die Wege dorthin und schlossen Netzwerke, um Europa gemeinsam zu schützen und noch lebenswerter zu machen. Ihr übergeordnetes Ziel: eine Gedenkkultur jenseits von nationalen und europäischen Grenzen verwirklichen und gemeinsam Ideen für den Weltfrieden entwickeln.

Aus Hannover waren zwei Schülerinnen der Käthe-Kollwitz-Schule (Groß-Buchholz) dabei: Maja Belo­stotski, 17 Jahre alt, und Jas­mine Haddad Hachimi, 16 Jahre alt. Beide Freundinnen. Beide in der elften Klasse. Beide vegetarisch lebend und umweltbewusst. Und beide eint darüber hinaus: „Ich will ein Europa, in dem man unabhängig von der Hautfarbe, der Herkunft, der Konfession, des Geschlechts und auch der Sexualität ak­zeptiert wird“, sagt Jasmine Haddad Hachimi. „Das will ich auch. Und außerdem ein vereintes und freies Europa ohne diesen schädlichen Rechtsruck“, fügt Maja Belo­stotski hinzu.

Die beiden jungen Frauen haben bei dem Event in Berlin lernen müssen, dass eben nicht alle ihre Ideale teilen. „Wir sehen einen riesigen Rechtsruck in Europa“, erzählt Jasmine, „gerade in den osteuropäischen Ländern.“ Ein Pro­blem, das die Schülerin als Herausforderung versteht: „In Berlin hat sich die Idee entwickelt, gemeinsam mit jungen Leuten aus den osteuropäischen Ländern Projekte zu machen, damit die Leute dort weltoffener werden.“ Ihre Lehrerin Sabine Forsbach, die ihre Schülerinnen dazu animiert hatte, an der Berliner Konferenz teilzunehmen, meint: „Der Austausch mit Jugendlichen aus Frankreich ist ja unproblematisch, aber gerade gemeinsam mit Jugendlichen aus den osteuropäischen Ländern wäre es angebracht, die Ideen von Offenheit, Toleranz nach vorn zu bringen.“ Es gebe ein gemeinsames deutsch-französisches Ge­schichtsbuch, ein deutsch-polnisches sei in Arbeit ge­wesen. Forsbach: „Dieser Ansatz hat sich mit der aktuellen polnischen Regierung ja leider zerschlagen.“

Sehr schade, finden ihre Schülerinnen. „Vor der Konferenz war Frieden für mich einfach nur kein Krieg, nur die Abwesenheit von Krieg, aber Frieden heißt eben auch Akzeptanz, Toleranz und Gleichberechtigung – das habe ich aus Berlin mitgenommen“,sagt Maja. Auch Um­weltschutz sei Friedenspolitik, meint sie – und will sich künftig hier noch stärker engagieren. Ihre Freundin Jasmine ist schon lange „politisch sehr interessiert. Endlich darf ich auch zumindest kommunal wählen“, erzählt sie – und fügt lächelnd hinzu: „Seit Jahren nerve ich meine Eltern, indem ich ihnen vor den Wahlen Parteiprogramme vorlege und ihnen sage, was sie wählen sollen.“ Sie möchte gern politische Psychologie studieren – das sei unter anderem in Irland möglich – und später zu den Vereinten Nationen gehen, um dort etwas bewirken zu können.

Lehrerin Sabine Forsbach geht dabei das Herz auf: „Ich finde es toll, wie engagiert die beiden sind. Sie geben mir die Hoffnung, dass es weitergeht mit einem friedlichen Europa.“

Von Petra Rückerl

Über Gründe, sich das Leben zu nehmen und den Weg aus der vermeintlichen Ausweglosigkeit sprach die NP mit Christian Voigtmann, Leiter der Telefonseelsorge Hannover.

03.01.2019

Selbstmord gilt als Todsünde. Doch was, wenn das Leben nur noch aus Schmerzen besteht? Die NP sprach mit Sterbehilfe-Verfechtern über den Kampf mit der Politik, mit einer 86-Jährigen, die ihr Ende selbst bestimmen will und mit einem Seelsorger über Todeswünsche und Lebensziele im Alter.

03.01.2019

Das Tötungsdelikt in Hainholz: Der Tatverdächtige (29) war offenbar betrunken und wie von Sinnen, als er am Sonnabend einen 29-Jährigen erstach. Der Haftbefehl gegen ihn lautet auf Mord aus Heimtücke.

02.01.2019