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Meine Stadt Hannover: Schüler üben sich als Regionspolitiker
Hannover Meine Stadt Hannover: Schüler üben sich als Regionspolitiker
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16:17 25.01.2019
STIMMRECHT: Bei „Pimp Your Town“ erhalten Jugendliche ganz praxisnah Einblick in die kommunalpolitische Arbeit.
STIMMRECHT: Bei „Pimp Your Town“ erhalten Jugendliche ganz praxisnah Einblick in die kommunalpolitische Arbeit. Quelle: Foto: Wilde
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Hannover

In der Stadt Hannover ist das Schüler-Planspiel zur Kommunalpolitik „Pimp Your Town“ längst eine Institution. Doch auch in der Region ist es in dieser Woche bereits zum vierten Mal erfolgreich durchgeführt worden.

Was die teilnehmenden Jugendlichen der IGS Langenhagen, des Gymnasiums Lehrte, der Anna-Siemsen- und der Ricarda-Huch-Schule vor die besondere Herausforderung stellte, sich mit den komplizierten Strukturen der Region auseinandersetzen zu müssen. „Es war oft schwierig, zu unterscheiden, wofür die Region und wofür die Gemeinden zuständig sind“, sagt Felix (16) aus Lehrte.

Dennoch entwarfen und diskutierten die Schülerinnen und Schüler zunächst in kleineren Runden, dann in simulierten Ausschüssen insgesamt 45 Anträge, von den 18 in die engere Wahl und am Freitag in einer ebenfalls simulierten Regionsversammlung zur Abstimmung kamen.

Alle Anträge haben Chancen

„Aber alle 45 Anträge werden den Fraktionen zugeleitet“, versicherte die Erste Regionsrätin Cora Hermenau, die Regionspräsident Hauke Jagau vertrat. „Die haben alle Potenzial und eine hohe Chance, von der Politik aufgenommen zu werden.“ Was in der Vergangenheit bereits mit Wasserspendern an Knotenpunkten geschehen sei, die derzeit aufgestellt würden, oder mit der Regions-Schüler-Card.

Hermenaus Lieblingsantrag in diesem Jahr ist der Vorschlag, auffälligere Mülleimer aufzustellen, damit mehr Menschen motiviert werden, ihren Abfall dort zu entsorgen statt auf der Straße. Ein anderer bemerkenswerter Antrag möchte das nächtliche Busfahren auch für die Busfahrer sicherer machen und empfiehlt die Einstellung von Begleitpersonen ab 22 Uhr.

Die Anträge im Überblick:

Die Schüler der IGS Langenhagen forderten neben den Mülleimern auch, Grünflächen nicht mehr zu überbauen, die Organisation von Ausflügen mit behinderten Jugendlichen durch die Region, die Fahrpreise der Üstra um 30 Prozent zu senken, Altenpflegeheime durch Förderung zu unterstützen und Ampeln mit Zeitanzeigen auszustatten, damit man weiß, wie lange man zu warten hat.

Die Anna-Siemsen-Schüler wollten Gratis-Wlan in den Nahverkehrszügen, die Einrichtung einer Bürgerversammlung für den Naturschutz, die Senkung der Müllgebühren und Berechnung anhand des tatsächlichen Verbrauchs, öffentliche und kostenlose Veranstaltungen über die Kulturen anderer Länder, die Einrichtung von mehr Familienberatungsstellen und ein Schwimmbad nur für Frauen.

Die Gymnasiasten aus Lehrte schlugen die Begleitpersonen für Busfahrer vor, aber auch die Einrichtung barrierefreier Schwimmbäder, eines Schutzhauses für Jugendliche, höhere Fördermittel für die Erneuerung von Spielplätzen, auch mit zusätzlichen Bewegungsangeboten für Senioren, Alarmlampen und zusätzliche Seitenspiegel für Busse, um die Sicherheit zu erhöhen und mehr Schulprojekte zur Förderung der eigenen Meinungsbildung bereits ab der 4. Klasse.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Ricarda-Huch-Schule begleiteten das ganze Planspiel als fiktives Presseteam.

Von Andreas Krasselt