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Meine Stadt Hannover: Schmetterlinge starben durch Insektizid
Hannover Meine Stadt Hannover: Schmetterlinge starben durch Insektizid
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17:22 10.02.2017
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Hannover

Zur Ermittlung der Ursache wurde die Raumluft auf mögliche Schadstoffe untersucht. Außerdem wurden Pflanzen und Schmetterlinge auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln getestet. Die Analysen ergaben, dass die Raumluft unbelastet war.  Auf den Blättern und in den Schmetterlingen ließ sich jedoch das Insektizid Lambda-Cyhalothrin nachweisen. Der Wirkstoff aus der Gruppe der Pyrethroide wird  gegen Pflanzenschädlinge eingesetzt.

Pyrethroide  werden in der Regel nach kurzer Zeit rückstandslos abgebaut und sind für Menschen nur in geringem Maße giftig. Diese Substanzen werden in der Landwirtschaft eingesetzt und sind auch für den Einsatz auf öffentlichen Flächen zugelassen. In den Herrenhäuser Gärten hatte sich die Anwendung bislang bewährt.

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Insektizid wirkte länger

Vor diesem Hintergrund wurde eine Pflanzenschutzmaßnahme mit dem genannten Wirkstoff im Berggarten mehr als zwei Monate vor Ausstellungseröffnung als unbedenklich eingeschätzt. Die Maßnahme war notwendig, um einem Befall durch schädliche Insekten entgegenzuwirken.

Offenbar hat sich der Wirkstoff nicht in der angenommenen Zeit abgebaut, so dass die kleineren Schmetterlinge nach dem Aussetzen im Tropenschauhaus bereits nach wenigen Tagen starben. Eine zweite Analyse der Pflanzen ergab im Januar 2017, dass die Substanz immer noch nachweisbar war. Möglicherweise wurde das Mittel vom Hersteller modifiziert oder durch Zusatzstoffe unterhalb einer Anzeigepflicht ergänzt, was die übliche Abbauzeit des Mittels verlängert hat.

Die Herrenhäuser Gärten planen, die Schmetterlingsausstellung voraussichtlich nun Ende 2017 im Tropenschauhaus zu präsentieren. Zuvor wird durch weitere Analysen sichergestellt, dass der Wirkstoff des Insektizids vollständig abgebaut ist, um eine erneute Gefährdung der Tiere auszuschließen.