Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Saisoneröffnung der Johanniter-Stauhelfer
Hannover Meine Stadt Hannover: Saisoneröffnung der Johanniter-Stauhelfer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 23.03.2018
Gute Miene zum bösen Spiel: Niedersachsens Johanniter-Chef Bernhard Gätjen (links) und Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe äußerten viel Kritik am Ist-Zustand im Straßenverkehr und am Umgang mit Helfern.
Gute Miene zum bösen Spiel: Niedersachsens Johanniter-Chef Bernhard Gätjen (links) und Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe äußerten viel Kritik am Ist-Zustand im Straßenverkehr und am Umgang mit Helfern. Quelle: Foto: Körner
Anzeige
Hannover

Passender hätte dieser Anlass nicht beginnen können. Am Freitag luden Polizei, ADAC und Johanniter zum Saisonstart der Stauhelfer ein. Und ausgerechnet der Chef jener Helfer kam zu spät. Er stand im Stau.

Bernhard Gätjen selbst nahm es – ebenso wie Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe – mit Humor. „Da hätten mir auch keine Stauhelfer was gebracht“ scherzte der Vorstandsvorsitzende der Johanniter-Unfall-Hilfe Niedersachsen. Doch der Ton auf dem Hof der Polizeidirektion in der Waterloostraße wurde schnell ernster. Volker Kluwe wählte in seiner Begrüßungsrede ernste Worte.

„Wir stoßen an die Kapazitätsgrenzen unserer Straßen“, sagte er. Daraus resultieren auch viele Unfälle. 2017 gab es alleine auf der A 2 2458 Unfälle. Und das nur im Bereich Hannover. Bei der Hälfte dieser Unfälle waren LKWs beteiligt. Mehr als 11 000 Stunden standen Autofahrer 2017 in Niedersachsen im Stau.

Kluwe: „Rettungsgasse funktioniert immer noch nicht“

Besonders verärgert war Kluwe über die Nutzung von Handys am Steuer und über die mangelnde Bildung von Rettungsgassen. „Es funktioniert immer noch nicht“, ärgerte sich der Polizeipräsident. Auch Bernhard Gätjen sparte nicht an Kritik.

Er forderte insbesondere mehr Respekt und Anerkennung für Polizisten und andere Helfer. „Wie oft erwischt man sich selbst dabei, wenn man wieder von den scheiß Bullen spricht.“ Drastische Worte. Diese Einstellung müsse sich ändern. Hier sei jeder Mensch gefordert.

Wartende bekommen auch mal Schokolade

Besinnlicher wurde es dann, als der Johanniter-Regionalverbandspfarrer Karl-Ludwig Schmidt eine kurze Andacht hielt. Er sprach den ehrenamtlichen Helfern Gottes Segen zu. Einer dieser Helfer ist Rüdiger Schierding. Der 63-Jährige fährt seit drei Jahren freiwillig in Staus, um frustrierte Autofahrer zu beruhigen.

„Das Feedback ist durchgängig positiv“ erzählt der Rentner. Neben ihm gibt es in Niedersachsen 59 weitere ehrenamtliche Stauhelfer, die Wartende mit Wasser, Traubenzucker, Schokolade oder aufmunternden Worten zur Seite stehen.

Hilft gerne: Rüdiger Schierding (63) ist seit drei Jahren ehrenamtlicher Stauhelfer. Quelle: Gilgen

Vor dem anstehenden Osterwochenende sind erneut zahlreiche Staus zu erwarten. Besonders das Nadelöhr A2 / A7 rund um Hannover sei kritisch. „Da muss man sich schon auf Staus einstellen“, prophezeit Volker Kluwe.

Von Timo Gilgen