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Meine Stadt Hannover: SPD gegen Plastik, CDU will Haltestellendächer bepflanzen
Hannover Meine Stadt Hannover: SPD gegen Plastik, CDU will Haltestellendächer bepflanzen
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17:13 12.07.2019
Soll es nicht mehr geben: Einweg-Plastik auf größeren Veranstaltungen in Hannover. Dafür setzt sich die SPD ein. Quelle: Foodcollection
Hannover

Der Handlungsdruck in Sachen Klima- und Umweltschutz steigt. Das lässt auch in Hannovers Rat neue Ideen sprießen – nicht nur auf Seiten der Grünen. Die SPD will den Kampf gegen Plastikmüll verschärfen. Sie schlägt zum Beispiel vor, dass auf städtischen Flächen keine größeren Veranstaltungen mit Einweg-Plastikgeschirr genehmigt werden. „Das Schützenfest hat ja schon angefangen. Aber da sehen wir noch viel Luft nach oben“, sagt Philipp Kreisz, umweltpolitischer Sprecher der SPD.

Er ärgert sich unter anderem über die Müllberge, die nach dem Schützenausmarsch liegen blieben. Zum Teil seien diese der bei der großen Hitze notwendigen Getränkeversorgung geschuldet gewesen. Sehr viel Plastik hätte aus Sicht von Kreisz aber vermieden werden können. Er kritisiert auch, dass am 1. Mai beim Fest an der Goseriede zu schnell die wiederverwertbaren Becher aufgebraucht waren. „Gerade auf städtischen Flächen können wir da Vorgaben machen“, sagt der SPD-Mann. Das gelte zum Beispiel für Frühlings- und Oktoberfest.

Stadtmitarbeiter sollen Plastik vor Rasenmähen aufsammeln

Kreisz will auch gegen Plastiktüten auf Hannovers Märkten vorgehen. „In Linden klappt das schon ganz gut. Auf anderen Märkten weniger“, berichtet er. Verärgert zeigt sich der SPD-Umweltexperte auch über die vielen Plastikbecher, die vor und nach Spielen von Hannover 96 in der Uferböschung oder direkt in der Leine landen. Im Stadion selbst sei das kein Problem, wohl aber an den Ständen davor.

Ein weiteres Problem: Plastikteile, die auf städtischen Grünflächen von Rasenmähern regelrecht zerschreddert werden. „Wenn die Teile kleiner werden, wird das Problem größer“, sagt Kreisz. Er fordert die Stadt auf, „mit gutem Beispiel voranzugehen“. Auch, wenn das mehr Zeit und Personal erfordere.

Dehoga: Alternativen müssen bezahlbar sein

Reden will Kreisz auch mit dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, wie sich mehr Plastik in der Branche vermeiden ließe. Laut Renate Mitulla, Dehoga-Geschäftsführerin in Niedersachsen, tut sich auf diesem Feld bereits etwas. Auf vielen Veranstaltungen gebe es möglichst keine Einweg-Plastikbecher mehr. Plastiktrinkhalme würden oft nur noch auf Nachfrage herausgegeben. Mitulla stellt aber auch klar: „Die Alternativen müssen bezahlbar sein“.

Darüber hinaus wünscht sich SPD-Mann Kreisz eine Aufklärungskampagne zur Müllvermeidung, außerdem besser sichtbare Mülleimer mit Sprüchen, die dazu aufrufen, sie auch wirklich zu nutzen. Außerdem kann er sich Graffitis zum Thema Plastikmüll auf dem Boden vorstellen. „Weil die Leute wegen ihres Smartphones ja ohnehin viel dorthin schauen“. Laut Stadt ist eine Kampagne zur Plastikvermeidung schon in Planung. Details sollen aber erst Ende September vorgestellt werden.

CDU will alle Haltestellen begrünen

Unterdessen schlägt die CDU im Rat vor, dass möglichst viele Stadtbahn- und Bushaltestellen in Hannover begrünt werden – ähnlich wie es die niederländische Stadt Utrecht umgesetzt hat. „Unser Ziel sind kleine Oasen an den Haltestellen für Mensch und Natur“, sagt Maximilian Oppelt, umweltpolitischer Sprecher der CDU. An vielen Haltestellen gebe es „nur triste, versiegelte Flächen, die sich bei Hitze zusätzlich noch aufheizen“, kritisiert er.

Soll es häufiger geben: Solche begrünten Haltestellen wie an der Leinaustraße. Das wünscht sich Hannovers CDU. Quelle: Frank Wilde

Die Stadt solle mit der Üstra und der für die Stadtbahn-Infrastruktur zuständigen Infra reden. Oppelt ist davon überzeugt, dass „alle bestehenden Dächer sukzessive umgerüstet werden können“. Das sei „auch ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz“. Ein Beispiel für eine begrünte Haltestelle gibt es bereits an der Leinaustraße in Linden-Nord.

Infra findet Rasen zwischen den Gleisen sinnvoller

Infra-Geschäftsführer Christian Weske zeigt sich jedoch skeptisch. Grünpflanzen auf Dächern von Hochbahnsteigen in der Mitte der Straße ließen sich wegen der Fahrdrähte der Bahn kaum bewässern. Bei Hochbahnsteigen am Straßenrand müssten dafür zeitweise Fahrspuren gesperrt werden, „was sicherlich auf wenig Verständnis stoßen würde“, warnt Weske. Er fürchtet auch hohe Kosten. „Die bisherigen Dachkonstruktionen sind dafür nicht ausgelegt. Das würde teuer“, so der Infra-Chef. Er hält es für sinnvoller, stattdessen deutlich mehr Gleisflächen zu entsiegeln und dort Rasen zu säen. „Da würden wir viel mehr Quadratmeter Grün mit schaffen“.

Tristes Bild: Die FDP will den Schotter in den Marstall-Beeten durch eine insektenfreundliche Blumenmischung ersetzen. Quelle: Frank Wilde

Mehr Grün wünscht sich auch die FDP, vor allem am Marstall. Fraktionschef Wilfried Engelke ärgert sich, dass die Stadt die Baumscheiben mit Schotter aufgefüllt hat. Daran hatte es bereits zuvor Kritik gegeben. Die Stadt erklärte jedoch, dass es sich nur um losen Schotter handele, durch den Pflanzen wachsen könnten. Engelke reicht das nicht. Er kritisiert das „unansehnliche Gesamtbild“ durch den Schotter und schlägt stattdessen die Aussaat der Blumenmischung „Heinzelmännchensaat“ vor, die auch schon in den Beeten rund um die Basilika St. Clemens zum Einsatz kam. Engelke verspricht sich davon auch „eine Nahrungsquelle für Insekten“.

Von Christian Bohnenkamp

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