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Meine Stadt Richterin lässt Stalker gewähren
Hannover Meine Stadt Richterin lässt Stalker gewähren
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14:44 21.07.2019
SETZT SICH FÜR STALKING-OPFER EIN: Rechtsanwalt Pascal Ackermann (Bildmitte, hier im Landgericht bei der Verteidigung eines Mandanten) musste dafür kämpfen, dass das Amtsgericht zwei Verstöße gegen das Näherungsverbot ahndet. Quelle: Franson
HANNOVER

Ein Stalking-Opfer (37) musste mehr als ein Jahr warten, bis eine Richterin das fällige Ordnungsgeld gegen den Peiniger verhängte. „Es ist ein Skandal, wie mit einem Stalking-Opfer umgegangen wird“, sagt Anwalt Pascal Ackermann. Mathias R. hatte im Juni und September 2018 gegen das Näherungsverbot verstoßen. Im Juni hatte er ihr Briefe geschrieben. Im September hatte er die 37-Jährige bei der Arbeit angerufen.

Die Familienrichterin hatte keine Ordnungsmittel verhängt, weil das Näherungsverbot Ende 2018 ausgelaufen war. Auf gut deutsch: Zuerst hat die Richterin am Amtsgericht nichts unternommen, und dann war die Frist abgelaufen.

Stalker verurteilt

So einfach könne es sich die Richterin nicht machen, entschied das Oberlandesgericht. Denn auch nach Fristablauf sei die Verhängung des Ordnungsgeldes möglich. Denn es habe einen „repressiven, strafähnlichen Sanktionscharakter.“ Insofern wurde die Familienrichterin gezwungen, jetzt jeweils 300 Euro Ordnungsstrafe (ersatzweise je drei Tage Ordnungshaft) gegen Mathias R. zu verhängen.

Mathis R. wurde am 1. April 2019 wegen Nachstellens (Stalking) zu 3300 Euro Geldstrafe (110 Tagessätze) verurteilt. Wegen der zu geringen Strafe habe der Staatsanwalt Berufung eingelegt, sagt Opfer-Anwalt Ackermann.

Denn der Stalker war besonders perfide gegen die attraktive Arzthelferin vorgegangen. Er hatte einen „Masterplan“ entwickelt. Darin schrieb er auf, wie er seiner Ex am Effektivsten schaden könne. Seine Ideen bewertete er mit Formulierungen wie „macht sehr viel Arbeit und Stress“. So fälschte er auf einer Dating-Plattform ihr Profil und bestellte Freier auf ihre Arbeitsstelle. Das Ganze wurde so schlimm, dass sie den Job wechseln musste.

Türschlösser mit Kleber verschmiert

Dabei war die Frau nur neun Monate im Jahr 2015 mit Mathias R. zusammen. Dann verließ sie den „kontaktfreudigen Charmeur“ (so seine Selbsteinschätzung). Für R. war das eine Demütigung. Laut eines Psychiaters hat er eine „narzisstisch-histrionische Persönlichkeitsakzentuierung“. Man könnte das laienhaft auch als „Größenwahn“ übersetzen.

Für Mathias R. wurde die Ex zum Liebes- und Hassobjekt in einer Person. Er beobachtete sie, verschmierte die Türschlösser ihres Autos mit Sekundenkleber. Rief in der Kita ihres Sohnes an und gab sich als „Onkel“ aus. Das Ganze ging seit der Trennung bis mindestens Mitte 2018.

Die 37-Jährige zeigte sehr konsequent jeden Vorfall bei der Polizei an. Sie wollte sich ihr Leben nicht stehlen lassen. Umso schlimmer, dass die Familienrichterin tatenlos blieb. „Eine solche Praxis macht das Näherungsverbot praktisch wertlos“, sagt Rechtsanwalt Pascal Ackermann.

Von Thomas Nagel

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