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Meine Stadt 71-Jähriger vergewaltigt betrunkenen Jugendlichen
Hannover Meine Stadt 71-Jähriger vergewaltigt betrunkenen Jugendlichen
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18:58 06.05.2019
Verurteilt: Detlev M. verging sich mehrfach an einem 17-Jährigen. Quelle: Foto: Petrow
Hannover

Er nannte den 17-Jährigen „Schatzi“, ließ ihn bei sich übernachten und verging sich dann an seinem Gast: Am Montag verurteilte das Landgericht den 71-jährigen Detlev M. wegen Vergewaltigung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

Insgesamt achtmal war es zwischen März und Mai 2017 in der Wohnung von Detlev M. zu sexuellen Handlungen gekommen – nachdem man Bier und Branntwein „gesoffen“ hatte, wie Opfer Dominik K. dem Gericht schilderte.

Kennengelernt hatten sich die beiden 2016 unweit der Wohnung des 71-Jährigen im „Hundepark“ in Seelze, wo sich der damals 17-Jährige regelmäßig mit anderen Jugendlichen zum Trinken traf. Später verabredete man sich „zum Saufen“ bei dem Senior zu Hause.

Dort trank man dann auch exzessiv und spielte Karten, schließlich schlief der junge Mann „besoffen“ auf einem Stuhl ein. „Als ich wieder wach wurde, war meine Hose bis zu den Knien herunter gezogen und Detlev hatte die Hand an meinem Glied“, schilderte Dominik. Als er ihn daraufhin geschockt angefahren habe, hätte der 71-Jährige sofort aufgehört. „Das war schrecklich“, so der heute 19-Jährige.

Dennoch besuchte er den älteren, offenbar alkoholkranken Mann in den nächsten Wochen und Monaten noch häufig. Nicht nur, um dort „saufen“ zu können. Er übernachtete sogar eine Zeit lang in der Wohnung, wollte sogar in einer Wohngemeinschaft dort leben. Immer wieder bot der 71-Jährige dem jungen Mann auch Geld gegen sexuelle Handlungen an, kaufte ihm eines Abends eine Socke für 150 Euro ab, offenbar, um sie zur Selbstbefriedigung zu benutzen.

Und noch mehrmals (insgesamt acht Mal, auch wenn sich weder Opfer noch Täter an genaue Zahlen erinnerten) kam es zu Übergriffen im Trunkenheitsschlaf. Nur mit Befummeln gab sich der 71-Jährige dabei zu mehreren Gelegenheiten nicht zufrieden.

Verteidiger Anselm Schanz betonte in seinem Plädoyer, sein Mandant hätte nie Gewalt ausgeübt. Seine Handlungen hätte er „nicht böse, sondern liebkosend gemeint“. Auch der psychologische Gutachter war sich sicher, dass Detlev M. sein Gegenüber nicht bewusst betrunken gemacht oder ausgenutzt habe, sondern im Vollrausch körperliche Nähe gesucht habe.

Sowohl Staatsanwaltschaft, als auch Richter Stefan Lücke folgten dieser Einschätzung – zumal der 19-Jährige laut eigener Aussage nur auf Drängen eines Freundes Klage eingereicht und die Taten inzwischen seinen Angaben zufolge sehr gut verarbeitet habe.

Die Strafe fiel entsprechend mild aus – eine Verurteilung wegen Vergewaltigung war es dennoch, weil es im Rechtssinne zu einem „Eindringen“ gegen den Willen kam, wie der Richter erklärte. „Auch wenn es sich bei dem Oralverkehr um ein passives Eindringen handelt.“

Von Simon Polreich

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