Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Razzia bei den Rising Boys: Durchsuchung bei 96-Ultras war rechtens
Hannover Meine Stadt Razzia bei den Rising Boys: Durchsuchung bei 96-Ultras war rechtens
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:19 26.04.2019
Razzia in Linden: Die „RBH“-Durchsuchungen (wie auf dem Bild im April 2018) bei neun Beschuldigungen waren rechtens. Das hat das Landgericht Hannover entschieden. Quelle: Foto: dpa
Anzeige
Hannover

Spektakuläre Razzia, 15 Beschuldigte und jede Menge Wirbel in der Ultra-Szene von Hannover 96: Die Wohnungsdurchsuchungen bei neun Personen, die im Zusammenhang mit der Gruppe Rising Boys Hannover (RBH) stehen sollen, waren rechtlich einwandfrei. Das hat Donnerstag ein Mitarbeiter des Justizministeriums im Innenausschuss des Landtags bekannt gegeben. Sämtliche Beschwerden gegen die Aktionen im Juni 2017 und im April 2018 wurden inzwischen von der zuständigen Kammer des Landgerichts Hannover zurückgewiesen. „Die Durchsuchungsbeschlüsse waren allesamt zu Recht erlassen worden“, stellte der Mann aus dem Ministerium fest.

Rückblende: In dem Ermittlungsverfahren, das von der Bundespolizei geführt wurde, gibt es insgesamt 15 Beschuldigte. Sie sollen als Graffiti-Sprayer zahlreiche Sachbeschädigungen begangen haben – Schmierereien mit dem Tag „RBH“ prangten an Zügen, Bahnanlagen, Fassaden, in U-Bahnstationen und an vielen weiteren Orten.

Anzeige

Drei Beschuldigte nicht angetroffen

Sechs der neun Durchsuchungsbeschlüsse setzte die Polizei bei einer Razzia im Juni 2017 um. Die drei anderen, die in ihren vermeintlichen Wohnungen nicht angetroffen worden waren, folgten erst im April 2018.

Das sichergestellte Beweismaterial war so umfangreich, dass sich die Auswertungen bis in dieses Jahr zogen. Der Abschluss des Verfahrens steht kurz bevor, so der Ministeriumsmitarbeiter. Die Staatsanwaltschaft Hannover warte lediglich noch die Einlassungsfrist eines Rechtsanwalts ab.

Polizei findet auch Kinderpornos

Bei den beiden Razzien machten die Ermittler auch so genannten „Beifang“. Sie fanden nicht nur Farbdosen, Handys, Computer, Schuhe und vieles mehr, die Beamten entdeckten in den Wohnungen auch Berufskleidung der Üstra und der Deutschen Bahn sowie Drogen, Polenböller – und Kinderpornos.

Weitere 20 Ermittlungsverfahren wurden daraufhin eingeleitet. Sie wurden inzwischen aber „überwiegend eingestellt“, erklärte der Ministeriumsmitarbeiter weiter.

RBH“ inzwischen aufgelöst

Jahrelang waren die Rising Boys fester Bestandteil in de Ultra-Szene von Hannover 96, ihr „RBH“-Banner war stets in der Nordkurve der HDI-Arena zu sehen. Inzwischen hat sich die Gruppe aber aufgelöst. Hintergrund sind nach NP-Informationen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Ultra-Szene.

Von Britta Mahrholz