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Meine Stadt Ekelalarm bei Hannovers SEK
Hannover Meine Stadt Ekelalarm bei Hannovers SEK
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00:24 18.11.2018
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Hannover

Sie sollen vor Terroristen schützen oder die organisierte Kriminalität bekämpfen – doch derzeit müssen sich die Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) vor allem mit Ratten herumschlagen. Und zwar im eigenen Haus: In den Diensträumen am Welfenplatz hat sich Ungeziefer ausgebreitet. Auch von maroden Leitungen, Blei im Wasser und unhygienischen Zuständen im Sanitärbereich hat die NP erfahren. Bei Hannovers Polizeigebäuden offenbar kein Einzelfall.

Wie die Nager ins SEK-Gebäude gelangten, ist nicht abschließend geklärt – offenbar im Zuge von Bauarbeiten im Sanitärbereich. Seitdem sind sie auf Fluren und Schränken im Polizeigebäude unterwegs. „Eine Umkleide und ein Lagerraum mussten geräumt, gesäubert und vollständig desinfiziert werden“, bestätigt LKA-Sprecher Matthias Eichler. Dort hatten die Ratten die Einsatzkleidung der SEKler angenagt und beschmutzt. Die Beamten konnten deshalb sogar ihrem Dienst nicht nachkommen, wurden aber durch andere Kräfte SEK-intern ersetzt werden, so der Sprecher.

Blei im Trinkwasser

Erschwerend kommt hinzu, dass das Wasser im Haus abgestellt werden musste – das staatliche Baumanagement hat deutlich erhöhte Bleiwerte festgestellt. Die Nutzung als Trinkwasser wurde sofort untersagt, so Polizeisprecherin Martina Stern. Die Ursache für die Bleiwerte wird untersucht – vorige Messungen seien unauffällig gewesen.

Bereits seit Herbst 2016 wird der Sanitärbereich des Gebäudes saniert, ein Ende ist erst 2019 in Sicht. Bis dahin müssen die SEK-Leute in Containern im Hof duschen. Woher kommt diese Verzögerung? Bei der Sanierung sei man auf „vorher nicht bekannte statische Probleme gestoßen“, so die Sprecherin. Die Insolvenz eines Ingenieurbüros habe alles zusätzlich verzögert.

Doch nicht nur menschliche Mitarbeiter leiden unter den Zuständen der maroden Gebäude. Auch die Stallungen der Dienstpferde sind offenbar nicht „tiergerecht“: „Es besteht die Notwendigkeit, die Stallungen für die Dienstpferde der Reiterstaffel an die aktuellen ’Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten’ anzupassen“, sagt Sprecherin Stern. Im Klartext: Die Pferdeboxen sind zu klein, neue sind in Planung.

Ekelhafte Zustände auch an anderen Standorten

Marode Polizeigebäude – kein Einzelfall in Hannover. Auch bei der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD) an der Tannenbergallee (List) klagen Mitarbeiter über „ekelhafte Zustände“. Die sanitären Anlagen der beiden Gebäude sind „sehr in die Jahre gekommen, der Zustand ist nicht akzeptabel“, bestätigt Behördensprecher Karsten Wolff. „Gesundheitsgefahr besteht aber nicht.“ Gleichwohl habe man bereits ein Sanierungskonzept vorliegen – Duschen und Toiletten müssten für mehrere Hunderttausend Euro erneuert werden. Derzeit suche man per Ausschreibung die „richtige Firma“. „Das gestaltet sich leider sehr schwierig.“

Ebenfalls schwierig: Die laufende Sanierung der historischen Herschelwache in der Innenstadt. Auch hier hatte man erhöhte Bleiwerte im Leitungswasser gemessen. Nicht nur, dass die sanierung des Gebäudes mit 2,6 Millionen Euro doppelt so teuer wie geplant werden soll – unter anderem wegen asbesthaltigem Putz. Auch der Termin der Wiedereröffnung ist noch ungewiss.

Von Simon Polreich

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