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Meine Stadt Rapper Kontra K: Muskelspiele in der Swiss-Life-Hall
Hannover Meine Stadt Rapper Kontra K: Muskelspiele in der Swiss-Life-Hall
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22:58 07.11.2019
Tattoos, Muskeln und Motivationssprüche: Kontra K ist neben allem anderen auch noch ein technisch versierter Rapper. Quelle: Franson
Hannover

Jung, von der Umwelt enttäuscht, ohne Perspektive: Das war auch für Kontra K die Ausgangslage zur Rap-Karriere. Der Wut im Bauch mit Kampfsport und straßentauglichen Bars zwei Ventile zu geben, hat den Berliner, der eigentlich Maximilian Diehn heißt, direkt zum Donnerstagabend geführt: 5000 Fans in der Swiss-Life-Hall, eine Liveband, zwei Support-Rapper – ein Deutschrap-Abend mit allem, was man verlangen kann.

Nach einem Pyro-Knall fällt der Vorhang, „Letzte Träne“ singt die volle Halle mit, zu „Alles weg“ gehen alle Arme hoch. „Einen Hexenkessel haben wir hier!“, sagt Kontra K, spornt die Menge zu mehr Intensität an — Sitzenbleiben ist nicht. „Auf den Sportfilm“ will der Rapper seine Fans bringen. Er selbst ist muskulös und volltätowiert, in „Mehr als ein Job“ wird schonmal die nötige Einstellung besungen. „Die letzten Wölfe“ nennt sich die Tour, das sind dann wohl die Mitstreiter auf der Bühne: DJ-Pult, MPC und Keyboard, Drum und Gitarre/Bass geben den Nullerjahre-Gangster-Beats von Kontra K eine organische Seite — das klingt rund und routiniert: Streicher und E-Gitarre heulen bei „Bis hierher“ und „Benzin“, während metallische Visuals die Halle erleuchten. Später mischen sich Reggaeton und mit The Pharcydes „Runnin’“ auch ein J Dilla-Beat dazwischen.

Das sind die Bilder vom Hannover-Konzert von Kontra K in der Swiss-Life-Hall.

Für viele ist eine ausverkaufte Swiss-Life-Hall schon das Höchste der Gefühle, doch dass Kontra Ks nächste Tour in noch größeren Hallen stattfindet (von denen ebenfalls schon einige ausverkauft sind), passt genau ins Selbstverständnis des Berliner Rappers: Immer höher, immer weiter, und jeder Schritt nach oben ist das Resultat eigens vergossener Schweiß- und Blutstropfen.

Die harte Arbeit besingt er in „Erfolg ist kein Glück“, doch beinahe in jedem Text klingt dieser Sozialdarwinismus durch, werden Motivationssprüche gepredigt – selbst an Ks muskulöser Optik wird sein Ethos deutlich: ‚Survival of the Fittest’ hat eigentlich etwas mit Angepasstheit zu tun – ihm geht es eher um Fitness. Zu „Kampfgeist 4“ erscheint er mit freiem Oberkörper.

Wenn man zu sehr auf die Wörter hört, entgeht einem vielleicht Diehns Rap- und Gesangstalent: Denn die Texte kommen technisch versiert durchs Mikrofon, poppige Hooks bleiben im Ohr, weil dieser MC problemlos seine Töne trifft. „Alles was sie will“ wagt sich an „All that she wants“ von Ace of Base, in „Warnung“ besingt der Rapper soziale Ungerechtigkeit, mit kruden Robin-Hood-Versprechen: „Für die Armen sind wir harmlos, denn wir rauben nur die Bunker von den reichen zehn Prozent“. Nach vier Nummer-eins-Alben in Folge sollte Kontra K nochmal durchrechnen, – nicht, dass am Ende das eigene Konto dran glauben muss.

In seinen Videos umgibt sich der Rapper gerne mit Waffen und bissigen Wildtieren, diese Macho-Ästhetik kann in der Masse schonmal unsicher wirken. Heute sind die „Wölfe“ erst in den Zugaben wieder Grund für Survival-Rhetorik: „Vom Gamma zum Alpha, vom Welpen zum Leitwolf“, rappt Kontra K, „Stärke, Zusammenhalt und Werte“ gehen ihm verloren in unserer fiesen Welt. Nach mehr als anderthalb Stunden Ego-Pushing wirkt der starke Mann aber etwas aufgeweicht: „Zwischen Himmel & Hölle“ zeigt nochmal, dass auch harte Jungs mal traurig sind.

Von Lilean Buhl

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