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Meine Stadt Schlägereien im Freibad sind auch in Hannover ein Problem
Hannover Meine Stadt Schlägereien im Freibad sind auch in Hannover ein Problem
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09:56 02.07.2019
Friedliches Miteinander: Badegäste planschen im Ricklinger Bad. Quelle: Dittrich/dpa
Hannover

Prügel, Pöbeleien, Polizeieinsätze – auch in Hannovers Freibädern verrohen die Sitten. Nachdem es jüngst schon im Freibad Uetze mächtig geknallt hatte, flogen am Sonntag auch im Lister Freibad sowie in Burgdorf die Fäuste. In beiden Fällen brach der Streit wegen Lappalien vom Zaun.

Wer muss den Müll auf der Liegewiese entsorgen? Über diese Frage gerieten zwei Familien im Lister Bad derart in Rage, dass der Streit in Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gipfelte. Andere Badegäste riefen schließlich die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen anrückte. „Als die Kollegen eintrafen, hatte der Sicherheitsdienst die Situation bereits unter Kontrolle“, so Polizeisprecherin Antje Heilmann. Gegen eine Frau (22) und drei Männer (26, 32, 36) leiteten die Beamten schließlich Strafverfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung ein. Der 36-Jährige trug leichte Verletzungen von einer Kratzattacke davon.

Streit eskaliert in der Dusche

Auch im Burgdorfer Freibad schlugen die Wellen wegen einer vermeintlichen Kleinigkeit hoch. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei störte sich eine Frau offenbar daran, dass eine andere Besucherin zu lange duschte. In die zunächst verbale Auseinandersetzung schalteten sich schon bald die männlichen Begleiter der Frauen ein. Dann ging es mit Tritten und Schlägen weiter. Am Ende waren acht Personen in die Schlägerei verwickelt. Ein Mann erlitt leichte Verletzungen. Den genauen Ablauf konnten die Beamten zunächst nicht klären. Deshalb wird gegen alle acht Streithähne wegen Körperverletzung ermittelt.

Randale-Vorfälle in Freibädern

Bundesweit ist es zuletzt zu mehreren Polizeieinsätzen wegen Auseinandersetzungen in Freibädern gekommen:

29. und 30. Juni: Am Samstag umzingelten im Düsseldorfer „Rheinbad“ laut Polizei mehrere Hundert junge Männer eine Familie, es kam zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei räumte das Bad. Tags darauf rotteten sich im „Rheinbad“ erneut mehrere Hundert Jugendliche und junge Männer zusammen. Fünf von ihnen hatten Hausverbote ignoriert, deswegen habe der Betreiber die Polizei um Unterstützung gebeten. Die Jugendlichen gebärdeten sich laut Polizei aggressiv. Anschließend hätten sich dann noch zwei deutsche Familien eine handfeste Schlägerei geliefert.

29. Juni: Die Polizei in Stuttgart geht mit Pfefferspray gegen etwa 50 Freibad-Randalierer vor, ein Beamter wird verletzt.

26. Juni: In Gelsenkirchen geht ein 21-Jähriger mit einem Messer auf einen 23-Jährigen los – der muss notoperiert werden.

26. Juni: Im Kehl am Rhein (Baden-Württemberg) räumen Bademeister und Polizei das Bad im Stadtteil Auenheim, nachdem 40 bis 50 Jugendliche Anweisungen des Personals ignoriert und den Sprungturm gestürmt hatten und von allen Seiten ins Becken gesprungen waren. Auch in einem zweiten Kehler Freibad war es zu Randale gekommen. Nun fordert die grenznahe Stadt Hilfe von der deutschen und der französischen Polizei.

25. Juni: Rund 20 Personenschlagen am Pommesstand im Bad in Haltern am See (Nordrhein-Westfalen) aufeinander ein.

Solche Freibad-Prügeleien häufen sich bundesweit. In Düsseldorf musste das „Rheinbad“ am Samstag und Sonntag jeweils geräumt werden, weil sich an beiden Tagen hunderte Jugendliche aggressiv verhalten hatten. Ein Polizist setzte sogar Pfefferspray ein. Auch in und um Hannover ist die Hoffnung nun dahin, die Massenschlägerei am 22. Juni in Uetze könnte ein Einzelfall gewesen sein. Dort flogen bei dem Streit zwischen zwei miteinander verwandten Gruppen flogen nicht nur die Fäuste. Zwei Männern wurden Bierflaschen auf den Kopf geschlagen. Insgesamt erlitten vier Beteiligte Verletzungen. „So etwas haben wir hier noch nie erlebt“, sagt Michael Kropp, Vorstandsmitglied der Freibadgenossenschaft Uetze. Dass die beiden Gruppen nur zwei Tage später in der Uetzer Innenstadt erneut aufeinander losgingen, lässt ihn zwar hoffen, dass das Bad eher zufällig zum Tatort einer öffentlich ausgetragenen Familienfehde wurde. „Wenn so etwas künftig aber öfter vorkommt, werden wir reagieren“, so Kropp.

Uetze denkt über Flaschenverbot nach

Neben der Einrichtung eines Sicherheitsdienstes sei aufgrund der Verletzungsgefahr auch ein generelles Flaschenverbot denkbar. Das ließe sich wiederum nur mit Taschenkontrollen durchsetzen. „Wir wollen das eigentlich nicht“, betont Kropp. „Weil das natürlich zulasten aller Besucher geht, die sich anständig benehmen.“ Weitere Vorfälle werde man aber nicht tatenlos tolerieren.

Vor der Schlägerei im Lister Bad hatte es in den städtischen Einrichtung (Naturbad Hainholz, Misburg, Ricklingen und List) jahrelang keine nennenswerten Vorfälle gegeben. Lediglich fünf Badverbote hatte die Verwaltung in dieser Saison laut Stadtsprecher Udo Möller ausgesprochen. „Grundsätzlich wird in den Freibädern ein Sicherheitsdienst hinzugezogen, wenn die Situation es gebietet, auch kurzfristig“, so Möller weiter. Dies sei der Fall, wenn bei gutem Wetter über den ganzen Tag rund 5000 Besucher zu erwarten sind. Bislang waren das eher Präventivmaßnahmen – es reichte offenbar schon aus, Präsenz zu zeigen. Angesichts der jüngsten Fälle könnte sich das aber bald ändern.

Von Andre Pichiri

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