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Meine Stadt Mord-Prozess gegen Todespfleger startet
Hannover Meine Stadt Mord-Prozess gegen Todespfleger startet
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14:28 21.10.2019
Eigentlich rettet es Leben, doch der polnische Hilfspfleger nutzte Insulin als Mordwaffe. Quelle: dpa
München/Hannover

Grzegorz W. (37) soll sechs Rentner mit Insulin getötet haben, weil er nachts seine Ruhe wollte. Ab dem 26. November sitzt der polnische Hilfspfleger, der auch in Hannover gemordet haben soll, wegen sechsfachen Mordes auf der Anklagebank des Landgerichts München I. Insgesamt sind 39 Verhandlungstage angesetzt, teilte das Gericht am Montag mit.

Anklage sieht Mordmerkmale erfüllt

Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass W. seinen pflegebedürftigen Patienten Insulin gespritzt hat, obwohl sie das gar nicht brauchten. Sechs Menschen starben dabei nach Angaben der Behörde, drei überlebten die Injektion nur, weil sie umgehend behandelt wurden. Sechs Morde, drei versuchte Morde, Raub, Diebstahl und Betrug werden dem Polen vorgeworfen. Denn W. soll seine Patienten nicht nur getötet, sondern sich in ihren Häusern auch nach Belieben bedient haben. Die Anklage geht darum von Heimtücke, Habgier und niedrigen Beweggründen aus. Die Hilfspfleger soll laut Anklage quer durch Deutschland gemordet und dabei Ende Juli 2017 auch einen 66 Jahre alten Rentner in Hannover getötet haben.

37-Jähriger hatte wenig Lust auf Pflegeaufgabe

Insgesamt soll Grzegorz W., der in Polen nur einen Pflegekurs absolvierte und sich danach für 24-Stunden-Betreuungen vermitteln ließ, mindestens 69 pflegebedürftige Menschen in Deutschland betreut haben. Doch die Vernehmungen hätten ergaben, dass der 37-Jährige wenig Lust auf diese Aufgabe hatte. „Stattdessen waren ihm mindestens acht Stunden Nachtruhe, freies W-Lan und viel Essen, vor allem jede Menge Fleisch, wichtig“, so die Oberstaatsanwältin Anna Leiding. Habe es zu viel Kontrolle oder zu wenige Dinge gegeben, die er aus den Häusern mitgehen lassen konnte, begann er zu nörgeln und machte sich unter einem Vorwand aus dem Staub, so Leiding: „Mehrmals ist seine Mutter gestorben, dann hatte sein Kind, das es gar nicht gibt, etwas am Herzen.“

Angeklagter zeigt keine Reue und bestreitet Tötungsabsicht

Die Ermittler waren schließlich auf den Polen aufmerksam geworden, als sie im Februar 2018 den Tod eines 87-Jährigen aus Ottobrunn bei München aufklären wollten. Bei der Obduktion hatten Rechtsmediziner unter anderem eine frische Einstichstelle bemerkt. Laut Ermittlern wurde der Hilfspfleger zuerst als Zeuge vernommen, später wurden eine Spritze, Insulin und Wertgegenstände des Opfers bei ihm entdeckt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Doch Spuren von Reue zeigt er weiterhin nicht, jedoch habe W. gestanden, den Opfern Insulin gespritzt zu haben, so die Anklägerin. Eine Tötungsabsicht bestreite er aber.

Der Fall hatte bundesweites Aufsehen erregt, als die Ermittler ihren Verdacht publik machten. Der Mann war seit 2008 als ungelernte Pflegehilfskraft unter anderem in England und an 69 Orten in Deutschland tätig gewesen. Um seine Patienten rund um die Uhr zu betreuen, zog er bei ihnen ein. Der Fall erinnert an den spektakulären Fall des Patientenmörders Niels Högel, der im vergangenen Jahr vom Landgericht Oldenburg wegen Mordes in 85 Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.

Von Britta Lüers

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