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Meine Stadt Hannover: Stuhl geworfen – mit Absicht oder nicht?
Hannover Meine Stadt Hannover: Stuhl geworfen – mit Absicht oder nicht?
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14:56 14.08.2019
ORT DES GESCHEHENS: In den Räumlichkeiten der Agentur für Arbeit in der Brühlstraße soll ein verärgerter Mann einen Stuhl in Richtung einer Mitarbeiterin geworfen haben. Quelle: NP
HANNOVER

Eine Viertelstunde gibt Amtsrichter Michael Siegfried dem Angeklagten Abdulla C. Zeit. Doch auch um 10.45 am Mittwochmorgen ist der 28-Jährige nicht im Saal des Amtsgerichts aufgetaucht, Richter Siegfried nimmt das gelassen zur Kenntnis. Der junge Mann soll sich an diesem Tag wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten: Im Juni 2018 soll er in den Räumen der Bundesagentur für Arbeit in Hannover verärgert einen Stuhl geworfen und damit eine Mitarbeiterin verletzt haben.

Abdulla C. ist mehrfach vorbestraft wegen Körperverletzung, erst zwei Monate vor dem Vorfall am 1. Juni 2018 war er aus der Haft entlassen worden. An diesem Tag im Frühsommer soll C. laut Anklage aufgebracht in ein Büro der Bundesagentur für Arbeit in der Brühlstraße in Hannover gekommen sein: Die Postbank hatte zuvor – wie schon bei anderen Hilfe-Empfängern – eine Auszahlung eines Verrechnungsschecks vom Amt aus formalen Gründen verweigert, nun wollte C. sein Geld direkt bei der Arbeitsagentur abholen. Doch eine sofortige Auszahlung war nicht möglich, erst am nächsten Tag hätte er dort Bares erhalten. C. soll nun einen Stuhl genommen und in Richtung Tür geschleudert haben, die eine Mitarbeiterin zu dem Zeitpunkt gerade öffnete. Der Stuhl traf die junge Frau, die zu dem Zeitpunkt schwanger war, am rechten Schienbein, sie erlitt Schürfwunden und einen blauen Fleck.

Absicht oder nicht?

Die zentrale Frage ist nun: Warf C. den Stuhl absichtlich in Richtung der Frau, die im Türrahmen stand? Dann würde es sich um gefährliche Körperverletzung handeln, der Strafrahmen liegt für eine solche Tat bei sechs Monaten bis zehn Jahren. Oder warf er in Richtung Tür, ohne zu ahnen, dass dort eine Person stand – dann würde fahrlässige Körperverletzung vorliegen, der Strafrahmen für ein solches Delikt reicht von einer Geldstrafe bis zu drei Jahren Haft.

Das will Richter Siegfried nun in einer neuen Verhandlung am 4. September herausfinden, den Angeklagten wird er dann von der Polizei vorführen lassen.

Bei der Agentur für Arbeit hieß es dazu, dass man bisher keine Häufung der Übergriffe auf Mitarbeiter festgestellt habe. Schon früher sei es immer mal wieder zu einzelnen Vorkommnissen gegen Mitarbeiter gekommen, eine offizielle Statistik darüber führe man aber nicht, sagte eine Sprecherin der Regionaldirektion Niedersachsen der Arbeitsagentur. Sie wies darauf hin, dass die Mitarbeiter in Arbeitsagenturen und Jobcentern geschult würden für den Umgang mit stressbehafteten Situationen.

Von Inken Hägermann

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